Lutherweg: Von Leipzig nach Eilenburg

Von Leipzig nach Eilenburg (11. Juni 2017)

In Leipzig fand die „Leipziger Disputation“ statt – ein Streitgespräch zwischen Vertretern der katholischen Lehre (u.a. Johannes Eck) und der reformatorischen Lehre (u.a. Martin Luther). Getroffen hatte man sich im Pleißenschloss, das Markgraf Dietrich gebaute hatte. Übrigens haben ihn die Leipziger dafür vergiften lassen.

Neues Rathaus

Neues Rathaus

Die Disputation führte zur endgültigen Spaltung. Zwanzig Jahre später hielt Luther in der Schloßkapelle die erste evangelische Predigt. Nochmal neun Jahre später wurde das Schloss abgerissen und die Pleißenburg errichtet. Nach weiteren hundert Jahren (und einem dreißigjährigen Krieg) wurde das Gebäude Chemie-Labor und Sternwarte. Dann wurde auch die Pleißenburg abgerissen und an deren Stelle das Neue Rathaus gebaut.

Thomaskirche

Thomaskirche

Zu Pfingsten 1539 predigte Martin Luther in der Leipziger Thomaskirche. Dafür hat er ein buntes Fenster bekommen, wo er mit Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen und Philipp Melanchthon dargestellt ist. Am Denkmal eines Chorleiters vorbei, führt der Lutherweg nun zum Leipziger Marktplatz, wo ihm zu Ehren ein Fest gefeiert wurde. „Sing Ye Praises to Our King“ von Aaron Copland, gesungen vom Bach Choir Houston.

Martinskirche

Martinskirche

Natürlich findet auch das Bachfest im Zeichen der Reformation statt. Nun ging es weiter, an Nikolaikirche und Oper vorbei nach Norden entlang der Parthe aus der Stadt. In Plaußig treffen sich der Äußere Grüne Ring, der Parthe-Mulde-Radweg und die Via Imperii. Luther ist hier auf jeden Fall durchgekommen. Die Kirche stand damals aber noch nicht.

Seegeritzer Pappel

Seegeritzer Pappel

Der Lutherweg führt nun immer nach Nordosten. Der nächste Ort ist Seegeritz. Der Ort ist für seine Pappeln berühmt, der Fußballverein trainierte sogar in der „Pappelarena“ bzw. dem „Ernst-Pappel-Stadion“. Ein Großteil der Pappeln von 1949 musste leider in den letzten Jahren gefällt werden.

Am Wegesrand

Am Wegesrand

Mal laufen, mal radfahren – viel Sonne. Da in Leipzig eine Beschilderung des Lutherweges nicht vorhanden ist, freute es mich um so mehr, nun einen gut ausgezeichneten Weg vorzufinden. Kurz nach Jesewitz verfehlte ich aber trotzdem den richtigen Weg und landete stattdessen in einer Kirschbaumallee. Hier stellte ich fest, daß ich etwas hungrig war.

Kirschen

Kirschen

Nun ging es noch mit der Handy-Navigation zum Eilenburger Bahnhof und dann mit der S-Bahn zurück nach Leipzig. Leider hatte ich mir mit den neuen Schuhen ein paar ordentliche Blasen gelaufen, die ich liebevoll „Stigmata“ taufte. Dadurch verzögerte sich die Fortsetzung der Luther-Radwanderung um einen Extra-Tag.

Eilenburg

Eilenburg

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