Berlin

10. September 2011

Am 10. September 2011 besuchte ich, nach geschätzten 25 Jahren, wieder die Stadt Berlin. Ich fuhr zum ersten Mal mit dem InterConnex, einem Privatzug von VEOLIA. Die Fahrkarte hatte ich per Internet gekauft und gleich ausgedruckt. Als erstes habe ich mir den neuen Berliner Hauptbahnhof angesehen.

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Danach machte ich einen kleinen Stadtbummel: Am Kanzleramt und Reichstag vorbei, lief ich zum Brandenburger Tor. Dort versuchte ich die Stelle zu finden, wo zu DDR-Zeiten das Absperrgitter stand. Dann ging es weiter, „Unter den Linden“ entlang, zum Berliner Dom und der Humboldt-Box.

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Dann lief ich wieder zurück zum Pariser Platz. Dort startete die Demo „Freiheit statt Angst“ des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung, die dann ebenfalls „Unter den Linden“ entlang zum Alexanderplatz führte. Von Linkspartei bis Grünen und Piraten bis Schwarzen Block war da alles mit dabei.

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Den Plan noch die Museumsinsel zu besuchen musste ich leider aus Zeitgründen aufgeben. So ging es direkt zurück zum Hauptbahnhof und mit dem InterConnex nach Leipzig.

9. Dezember 2012

Pünktlich 9.31 Uhr ging es mit dem VEOLIA InterConnex von Leipzig nach Berlin. Der Zug fuhr vom Bahnsteig 13 statt 12 ab und hielt zwischendurch nur in Berlin-Südkreuz. Unterwegs las ich ein Buch auf dem Handy.

Berlin Hauptbahnhof

Berlin Hauptbahnhof

Vom Berliner Hauptbahnhof lief ich erstmal die übliche Touristen-Route entlang: Merkel-Hütte, Bundestag, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Fernsehturm und Alexanderplatz. Die üblichen Curry-Wurst-Buden hatten zu, dafür war an jeder Ecke ein kleiner Weihnachtsmarkt. Die Thüringer Rostbratwurst, die ich dort probierte, schmeckte allerdings nicht sonderlich.

Pariser Platz

Pariser Platz

Auf dem Rückweg, lief ich, die andere Straßenseite entlang, am Dom und Lustgarten vorbei zur Museumsinsel. Dort mußte ich leider erstmal eine Stunde anstehen, bevor ich eine Karte für das Pergamon-Museum kaufen konnte.

Pergamon-Altar

Pergamon-Altar

Im Museum wird man erstmal mit dem Altar aus Pergamon erschlagen. Im Eintrittspreis von 10 Euro ist gleich ein Audio-Guide enthalten, so dass man sich alles kommentieren lassen kann.

Milet-Markttor

Milet-Markttor

Gleich im nächsten Saal geht es durch das Markttor von Milet. Dessen Rückseite ist das Ischtar-Tor von Babylon. Es ist doch erstaunlich wie diese blauen Kacheln die Farbe behalten haben. Ein Teil der babylonischen Prozessionsstraße, mit einem Model der ganzen Anlage, ist auch noch zu sehen.

Ischtar-Tor Babylon

Ischtar-Tor Babylon

Abschließend wird man noch mit der Mschatta-Fassade beglückt. Zumindest durfte man im Museum ohne Probleme fotografieren. Dann ging es wieder raus an die Kälte. Gleich am Museum gabs Curry-Wurst und Kaffee und russische Hütchenspieler. Ich will Kühe. Die gab es auch noch am Kupfergraben.

Mschatta-Fassade

Mschatta-Fassade

Nun hatte ich schonmal Probleme mit der Zeit. Für Nofretete hätte die Zeit wohl nicht gereicht, so dass ich mal ins Deutsche Historische Museum geguckt hab. Die Berliner nennen es einfach Zeughaus. Dort gibt es Krimskrams, der zeitlich sortiert wurde. Einiges sehr interessant, anderes langweilig. Acht Euro.

Historischer Flipper im Zeughaus

Historischer Flipper im Zeughaus

Dann ging es wieder in die Kälte und übers Brandenburger Tor, am Holocaust-Denkmal vorbei zum Potsdamer Platz. Von dort weiter durch die Alte Potsdamer Straße zum Stage Bluemax Theater. Dort traf ich 17.30 Uhr ein. Die Vorstellung der Blue Man Group, deshalb war ich eigentlich nach Berlin gekommen, begann 18.00 Uhr.

Unter den Linden mit Licht von Vattenfall

Unter den Linden mit Licht von Vattenfall

Nach der Vorstellung ging es gemütlich zum Brandenburger Tor und von dort am Reichstag vorbei zum Hauptbahnhof. Dort die übliche Schnorrerei. Nach über einer Stunde Warterei, die ich mit Kaffee und Kuchen verkürzte, fiel der DB dann auf, dass mein Zug, der IC 61258, 50 Minuten Verspätung hat.

Marlene-Dietrich-Platz

Marlene-Dietrich-Platz

Damit fiel auch der Anschlußzug in Bitterfeld weg und ich mußte weiter nach Halle fahren, wo ich dann mit der letzten S-Bahn S10 nach Leipzig gondelte. Mit dem N1 nachhause, wo ich gegen 2 Uhr eintraf.

7. September 2013

Am 7. September hatte ich eine Verabredung mit Nofretete in Berlin. Erstmal ging es mit der Tram 3 zum Hauptbahnhof. Auch diesmal fuhr ich mit dem Interconnex von Veolia in die Hauptstadt. Den Fahrschein hatte ich bereits vorher im Internet gekauft. Einen Sitzplatz hatte ich auch gleich reserviert.

Königin Hatschepsut (Neues Reich, 18.  Dynastie)

Königin Hatschepsut (Neues Reich, 18. Dynastie)

In Jöterbog hatte der Interconnex dann wegen $IRGENDWAS eine Verspätung von 26 Minuten und entsprechend später kam der Zug dann auch auf dem Berliner Hauptbahnhof an. Dort fuhr ich mit den Rolltreppen in die vierte Etage und fuhr dann mit der S-Bahn zwei Haltestellen bis zum Hackeschen Markt. Da war ich schon fast am Ziel meiner Reise.

Neues Museum - Ägyptischer Hof

Neues Museum – Ägyptischer Hof

Über die Spree lief ich auf die Museumsinsel und stand auch schon vor dem Neuen Museum. Im vorherigen Jahr hatte ich das Pergamonmuseum heimgesucht und diesmal war Ägypten dran. Die Eintrittskarte kostete 12 Euro und ich musste mich nur eine Viertelstunde anstellen. Genau 12.00 Uhr stand ich im Museum.

Grab des Maja (Neues Reich, 18. Dynastie)

Grab des Maja (Neues Reich, 18. Dynastie)

Ich hab ein paar Fotos gemacht, leider durfte die Büste der Nofretete nicht geknipst werden. Etwas seltsam, denn schließlich gibt es von der Hauptattraktion mehr Filme und Fotos, als vom ganzen Rest zusammen. Es gibt aber von Nofretete noch eine andere Büste im Neuen Museum, von einer Grenzstele, die man fotografieren darf. Ihr Mann Echnaton stand auch gleich daneben, sah aber nicht mehr gut aus.

Echnaton und Nofretete (von einer Grenzstele)

Echnaton und Nofretete (Neues Reich, 18. Dynastie)

Die Fundstücke aus der 18. Dynastie stammen aus einer Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft von James Simon und Wilhelm von Bode. Damals wurde mit den Archäologen die Fundteilung praktiziert. So wurde die Büste der Nofretete und die anderen Fundstücke mit Genehmigung der ägyptischen Altertümerverwaltung nach Deutschland gebracht.

Ptahmai (Neues Reich, 19. Dynastie)

Ptahmai (Neues Reich, 19. Dynastie)

Nach dem Museumsbesuch war ich noch auf einer Veranstaltung auf dem Alexanderplatz (siehe weiter unten). Überhaupt war die ganze Stadt „wegen Demo geschlossen“. Auf dem Alex war die „Freiheit statt Angst“-Demo, auf dem Pariser Platz war eine Demo wegen des Massakers an Iranern im Camp Ashraf im Irak und eine Demo gegen Nachtflüge vor dem Kanzleramt. Die Gewerkschaften hatten am Morgen auch noch eine Demo am Brandenburger Tor.

Unter den Linden

Unter den Linden

Dann ging es zu Fuß zurück zum Hauptbahnhof, wo zur Zeit das größte Plakat des aktuellen Bundestagswahlkampfes hängt. „Muttis Hände“, um den Personenkult mal einen Namen zu geben, hat ja zahlreiche Leute angeregt, das Bild mit Fotomontage zu erweitern.

Am Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof

Im Bahnhof setzte ich mich in den Interconnex und war 18.30 Uhr wieder in Leipzig. Für die Rückfahrt bezahlte ich im Zug, was aber fünf Euro mehr kostet.

7. September 2013

„Freiheit statt Angst“ ist eine Demonstration, die am 7. September 2013 in Berlin stattfand. Die letzte Demo fand 2011 statt und führte damals vom Brandenburger Tor zum Alexanderplatz. Diesmal führte die Demo vom Alex zum Alex – in einem großen Bogen durchs Zentrum.

Freiheit statt Angst 2013

Freiheit statt Angst 2013

Die Demonstrationen für Datenschutz und gegen Überwachung, die seit 2006 in Deutschland und 2008 auch in mehreren Städten weltweit stattfinden, werden koordiniert von dem Bürgerrechtszusammenschluss Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Auch diesmal haben sich, neben der Piratenpartei, den Grünen, den Linken, den Jusos und den JuLis, zahlreiche Organisationen drangehängt. Selbst Herr Pofalla wurde gesichtet.

Freiheit statt Angst 2013

Freiheit statt Angst 2013

Weiter Informationen:
blog.freiheitstattangst.de

Freiheit statt Angst 2013

Freiheit statt Angst 2013

Noch mehr Informationen bei Wikipedia:
de.wikipedia.org/wiki/Freiheit_statt_Angst

Freiheit statt Angst 2013

Freiheit statt Angst 2013

Auch wenn die Demo nicht so groß war, wie erwartet, gab es doch eine Menge Pressereaktionen. Die Tagesschau hatte eine paar Minuten übrig und rbb aktuell machte sogar eine Reportage mit Interview.

Freiheit statt Angst 2013

Freiheit statt Angst 2013

4. November 2013
Im November 2013 fuhr ich den Spree-Radweg entlang. Die letzte Etappe dieser Radtour führte von Finsterwalde nach Berlin. Hier ein Auszug aus dem Reisebericht:

Nach dem ganzen Wald gibt es nun einen kleinen Kulturschock, den man landet in Berlin. Nach ein paar Minuten steht man schon am Köpeniker Rathaus. Gegenüber ist auch ein Barockschloss. Hier mündet die Dahme in die Müggelspree, die sich nun Treptower Spree nennt. Durch das Ende des Braunkohletagebaus und der Normalisierung des Grundwassers in diesen Gebieten fehlt der Spree regelmäßig Wasser. Da Berlin geklärtes Abwasser in die Spree einleitet steht der Fluss manchmal. Die Spree ist 2003 auch schon rückwärts geflossen.

Rathaus Köpenick

Rathaus Köpenick

Durch Spindlersfeld hindurch und auf der anderen Seite der Spree liegt Wuhlheide. Dort kommt man am FEZ vorbei. Auch eine Parkeisenbahn ist vorhanden. Dann kommt der Modellpark Brandenburg, mit einem Modell von Berlin und Brandenburg. Dafür hatte ich leider keine Zeit, so hab ich nurmal durch den Eingang geguckt.

Modellpark Brandenburg

Modellpark Brandenburg

Der offizielle Radweg sollte nun durch den Plänterwald und den Treptower Park führen. Leider hatte ich auch diesmal mit der Fähre Pech. So guckte ich mir nur das alte Funkhaus in der Nalepastraße an und fuhr dann nordwärts. Dort wurde mal DT64 ausgestrahlt. Von Lutz Bertram bis Marusha – der Radiosender meiner Jugend.

Funkhaus Nalepastraße

Funkhaus Nalepastraße

Nach einem Jugendschiff am Rummelsburger See kam ich in die Stralauer Allee. Ab Landwehrkanal heißt der Fluss nun Berliner Spree. Nach der Oberbaumbrücke wurde ein Stück Mauer stehengelassen – die East Side Gallery. Die soll ja nun doch abgerissen werden. Aber viele Leute setzen sich für den Erhalt ein, sogar David Hasselhoff hat gesungen. Naja, noch steht alles. Leider sind hier viele Sachen sinnlos übermalt worden.

East Side Gallery

East Side Gallery

Nun ging es am Alexanderplatz vorbei zum Roten Rathaus. Von dort bog ich in „Unter den Linden“ ab. Die Spree umfliesst hier die Museumsinsel. Trotz Berufsverkehr ging es relativ gesittet zu. Ein paar Minuten später radelte ich dann zum Pariser Platz und anschließend durchs Brandenburger Tor. Damit war der offizielle Radweg zuende.

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Natürlich nicht für mich, ich wollte zur Mündung der Spree. Also ging es auf der „Straße des 17. Juni“ am Sowjetischen Ehrenmal und Siegessäule vorbei zum Ernst-Reuter-Platz. An der Siegessäule, die Kreuzung heißt Großer Strern, verplemperte ich viel Zeit mit Bettelampeln. Übrigens steht dort ein Denkmal für Helmuth Karl Bernhard von Moltke – der Große Schweiger. Genau dieser hatte in Ebersbach die Spreequelle „entdeckt“.

Moltke-Denkmal

Moltke-Denkmal

Am Ernst-Reuter-Platz befindet sich die Technische Universität Berlin. Diese stellt mir freundlicherweise einen Usenet-Account zur Verfügung. Leider hatte ich so die Auffahrt zum Radweg verpasst. Ich fuhr einfach die Otto-Suhr-Allee weiter und bog dann vor dem Schloss Charlottenburg zur Spree ab.

TU Berlin

TU Berlin

Bis Ruhleben fuhr ich auf einem sehr schmalen und schlammigen Radweg direkt am Spreeufer entlang. Dieser führte auch an der Südseite von Siemensstadt vorbei. Der Ortsteil von Berlin mit über 10000 Einwohnern entstand durch die Siemens-Werke und die dazugehörigen Werkssiedlungen.

Siemensstadt

Siemensstadt

Dann war der Radweg zuende und es ging auf der „Freiheit“ – einer Straße mit lauter parkenden Tanklastern – nach Spandau. Dort erreichte ich gegen 16.00 Uhr die Mündung. Die Spree fliesst hier in die Havel. Wenn ich den Havel-Radweg entlang fahre, werde ich sicher mal einen Blick auf Zitadelle und Juliusturm werfen. Diesmal war keine Zeit mehr.

Spreemündung

Spreemündung

Zurück zum Hauptbahnhof heizte ich auf der Nordseite der Spree. Dieselbe Strecke zurückzufahren, hätte zuviel Zeit gekostet. ALso fuhr ich über Nonnendammallee, Tegeler Weg und Kaiserin-Augusta-Allee durch Westberlin. Da ging es auch nochmal durch Siemensstadt.

Siemensstadt

Siemensstadt

Am Hauptbahnhof kam ich genau 17.03 Uhr am Gleis 3 an und der Interconnex rollte auch schon ein. Mit zwei Kaffee und einem Kleinkind, das die Hosen getrichen voll hatte, war die Fahrt nach Leipzig recht kurzweilig.

18. Dezember 2013

Am 18. Dezember fuhr ich mit den Arbeitskollegen und Jugendlichen mit dem Bus nach Berlin. Eingeladen hatte der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Tiefensee. So begann die Reise am Cafe Tiefensee in der Zentralstraße. Nach zweieinhalb Stunden Busfahrt, mit einer kleinen Pause an einer Raststätte, kamen wir am Reichstag an.

Berlin, Tiergarten

Berlin, Tiergarten

Im Reichstag tagte der Deutsche Bundestag. Die Regierung war ja am Vortag ins Amt gekommen. So empfing uns Wolfgang Tiefensee vor dem Plenarsaal und erklärte die Sitzordnung, den Hammelsprung und andere Bundestag-Interna. Danach ging es in den Otto-Wels-Saal der SPD-Fraktion, wo der ehemalige Verkehrsminister seine Arbeit im Bundestag und Wahlkreis erklärte. Das war recht interessant und endete mit einer Fragerunde.

Wolfgang Tiefensee

Wolfgang Tiefensee

Danach erstiegen wir die Reichstagskuppel. Eine interessante Konstruktion, die einen schönen Blick über Berlin bietet. Im November war ich hier mit dem Fahrrad auf dem Spree-Radweg vorbeigefahren, hatte da aber keine Zeit für den Reichstag gehabt. Dann ging es wieder hinunter und zum Bus, der derweilen vor dem Reichstag gewartet hatte. Es folgte eine kleine Stadtrundfahrt.

Reichstag, Kuppel

Reichstag, Kuppel

Der Stadtführer fuhr mit uns über Berliner Zoo, Potsdamer Platz zum Gendarmenmarkt. Dabei ging es am Bundeskanzleramt, Schloss Bellevue und dem Sitz des Bundesrates (Ehemaliges Preußisches Herrenhaus) vorbei. Das Ganze wurde angereichert mit einem Weihnachtslied von Luciano Pavarotti. Am Ende verlas er dann die deutsche Übersetzung von „Is There a Santa Claus?”, dem Editorial der Zeitung New York Sun vom 21. September 1897.

Gendarmenmarkt, Deutscher Dom

Gendarmenmarkt, Deutscher Dom

Danach gab es drei Stunden zum Stadtbummel, der uns zum Brandenburger Tor führte. Dort war erstmal eine Curry-Wurst fällig – für mich zwei. Auf dem Rückweg machten wir noch bei „Fassbender & Rausch“, den Chocolatiers am Gendarmenmarkt, halt und kauften ein paar Süßigkeiten. Ein Teil der Gruppe hat dann noch den Checkpoint Charlie besucht, wobei das Interesse eher am dortigen McDonalds lag.

Pariser Platz, Brandenburger Tor

Pariser Platz, Brandenburger Tor

Dann ging es zurück zum Bus und dann über die Autobahn nach Leipzig. Unterwegs gab es einen kleinen Film zum gucken: „Ich – einfach unverbesserlich 2“. Da wurden viele Filme durch den Kakao gezogen – von „James Bond“ bis „Die Körperfresser kommen“. Der Filme endete mit einer „YMCA“-Darbietung (Village People) der kleinen gelben Minions.

Checkpoint Charlie

Checkpoint Charlie

Einige Mitreisende fanden dies nicht so lustig. Ich fuhr dann mit dem Fahrrad nachhause.

8. März 2014

Am 8. März, 9.50 Uhr, fuhr ich mit dem Interconnex nach Berlin. Diesmal hatte der Zug 18 Minuten angekündigte Verspätung, kostet aber nur 10.- Euro. Mit Platzreservierung, Rückfahrt und für zwei Personen summierte sich das auf 52 Euro. Knapp über dem Quer-durchs-Land-Ticket.

Bundeskanzleramt

Bundeskanzleramt

Vom Hauptbahnhof ging es über die kleine Spree-Brücke zum Bundskanzleramt. Unser Regierungssitz ist größer als das White House und zählt zu den größten Regierungssitzen der Welt. Mit acht Stockwerken nur knapp kleiner als der Bundestag. Von dort liefen wir weiter zum Reichstag, wo ich ja erst Ende letzten Jahres war, dann zum Brandenburger Tor.

Bundestag

Bundestag

Nun folgte ein Abstecher zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Dort stehen 2700 Betonpfeiler gleicher Breite und Tiefe, die sich nur in der Höhe unterscheiden. Der New Yorker Architekt Peter Eisenman ordnete die Pfeiler auf einem unregelmäßig abgesenkten Gelände an. Ich finde es etwas beklemmend, wenn man weiter hineinläuft.

Holocaust-Denkmal

Holocaust-Denkmal

Dann liefen wir zurück zum Pariser Platz. Dort folgte ein Besuch bei Madame Tussauds. Für immerhin 21 Euro Eintritt bekam man eine ganze Menge Promis zu Gesicht: Bundeskanzler von Schmidt bis Merkel, Sportler von Dirk Nowitzki bis Oliver Kahn und Musikstars von Madonna bis Bono.

Bei Madame Tussauds

Bei Madame Tussauds

Unter den Linden wird immernoch an der U-Bahn gebaut. An der Museumsinsel war dann eine Stadtrundfahrt fällig. Diese führte den Weg zurück, dann weiter zum Schloß Bellevue, dann zum Zoo samt Bahnhof, zur Gedächtniskirche und zum Potsdamer Platz. Von dort am Gendarmenmarkt vorbei zur Baustelle des Berliner Stadtschloßes und zum Alex. Wegen einer Demo dauerte das ziemlich lange.

Bei Madame Tussauds

Bei Madame Tussauds

Am Roten Rathaus stiegen wir aus und liefen dann zurück zum Bahnhof. Dort ging es 17.04 Uhr mit dem Interconnex zurück nach Leipzig. Ingesamt ein schöner Tag mit sonnigen Wetter. Eine Stunde nach unserer Ankunft in Leipzig fuhr ein Auto auf die Zugstrecke Leipzig-Berlin und kollidierte mit einem ICE.

23. April 2014

Im April 2014 war ich auf dem Havel-Radweg unterwegs, der natürlich auch durch Berlin führt. Der Havel-Radweg verläuft hier auf dem ¨Berliner Mauerweg¨, denn das war Westberlin. Bei Nieder Neuendorf wird die Havel zum Nieder-Neuendorfer-See und der Große Havelkanal zweigt ab. Außerdem kann man einen alten Grenzturm besichtigen.

Grenzturm

Grenzturm

Danach erreicht man Berlin. Genauer den Stadtteil Berlin-Hackenfelde. Das ist eine Laubenpieper-Siedlung, die aber auh kleine Häuschen hat. Der Radweg führt mitten durch die Siedlung, aber auch entlang der Havel. Die Havel weitet sich zum Tegeler See aus und der Spandauer Schifffahrtskanal zweigt ab.

Berlin

Berlin

Die Havel wird dann zum Spandauer See und vereinigt sich mit der Spree. Hier bin ich im letzten Jahr gewesen, als ich den Spree-Radweg entlang fuhr. Damals hatte ich ziemlich wenig Zeit, weil ich den Interconnex noch kriegen wollte. Diesmal nahm ich mir mehr Zeit und warf auch einen Blick in die Zitadelle.

Spree und Havel

Spree und Havel

In er Zitadelle gibt es eine Ausstellung mit Kanonen in der Exerzierhalle, eine Kunstausstellung im Kommandantenhaus und eine Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau. Im Hof stehen die Figuren der Siegesallee und Fledermäuse haben sich auch noch eingenistet.

Zitadelle Spandau

Zitadelle Spandau

Nun ging es weiter nach Süden, durch Wilhelmstadt nach Gatow. Die Havel bilde hier wieder Seen: Grimnitzsee, Pichelsee, Stößensee und Scharfe Lanke. Auf der gegenüberliegenden Havelseite ist der Grunewaldturm. Nach 15 Kilometern erreichte ich Gatow und Kladow.

Grunewaldturm

Grunewaldturm

Pack die Badehose ein. Die Havel wird nun zum Wannsee. Ich überquerte den Wannsee mit einer Fähre der BVG. Das kostete mit Fahrad 4.30 Euro. Der Ortsteil Wannsee, den ich nun erreichte, liegt eine alte Villa, die Villa Marlier. Dort fand die Wannseekonferenz statt.

Fähre

Fähre

Dann ging es weiter durch den Berliner Forst und ordentlich bergauf und bergab. Dann erreichte ich die Fähre zur Pfaueninsel. 1834 hat Peter Josef Lenné den Bau der Gesamtanlage abgeschlossen. Lenné hat auch den Johannapark in Leipzig gestaltet.

Pfaueninsel

Pfaueninsel

Dann ging es weiter zu einer Brücke die viele Menschen kennen: die Brücke der Einheit, auch Glienicker Brücke genannt. Hier wurden während des kalten Krieges Agenten der Geheimdienste ausgetauscht. Die östliche Seite der Brücke ist in NATO-grün gestrichen und war mal Westberlin. Der westliche Teil der Brücke ist NVA-grün gestrichen und liegt in Potsdam, damals DDR.

Glienicker Brücke

Glienicker Brücke

24. Mai 2014

Am 24. Mai war ich dann wieder im Havelland unterwegs. Diesmal fuhr ich von Rathenow nach Berlin auf dem Havelland-Radweg. In Schönwalde überquerte ich den Großen Havelkanal. Der Radweg führt nun idyllisch durch die Schönewalder Siedlung bis zur Stadtgrenze nach Berlin. Irgendjemand hat hier das Ortseingangsschild mit „1. Weltfreiheitshauptstadt“ verziert.

Berlin

Berlin

Eigentlich sollte der Radweg nun nach links abbiegen und an der Berlin-Grenze bis zur Havel führen. Leider war da nirgens ein Schild zu sehen und so bin ich die Schönwalder Straße einfach weiter gefahren. Je größer die Stadt, um so schlechter die Radweg-Ausschilderung. Die Straße führte aber recht sanft durch den Forst Spandau. Ich habe vermutlich zwei Kilometer eingespart. Nutzen sollte mir das aber nichts.

Siemensstadt

Siemensstadt

In Spandau traf ich dann auf den Havel- und den Spree-Radweg und beschloß nördlich der Spree zum Hauptbahnhof zu fahren. Zuerst überquerte ich die Havel und folgte Am Juliusturm durch Haselhorst zur Nonnendammallee. Durch Siemensstadt ging es weiter zum Siemensdamm. In Charlottenburg bog ich dann fälschlicherweise nach Norden in Richtung Flughafen Tegel ab. So guckte ich mal auf Google Maps und fuhr dann über Heckerdamm und Olbricht-Damm nach Südosten.

Jugendstrafanstalt Plötzensee

Jugendstrafanstalt Plötzensee

Dort gab es die Jugendstrafanstalt Berlin, die JVA Plötzensee und den Offenen Vollzug Plötzensee. Nach Überquerung des Westhafenkanals kam ich nach Moabit und erwischte dort auch die Straße mit dem nächsten Knast: die JVA Moabit. Über Rathenower Straße, Alt-Moabit und Invalidenstraße gelangte ich dann zum Hauptbahnhof. Eine Viertelstunde zu spät für den Zug um 17.19 Uhr, der über Wittenberg gefahren wäre.

JVA Moabit

JVA Moabit

Der nächste Zug hatte zwanzig Minuten Verspätung. So ging es erst ab 18.39 nach Falkenberg. Dort wartete der RE 18466 auf uns und mit nur 10 Minuten Verspätung kam ich dann in Leipzig an.

30. August 2014

Am 30. August 2014 verbrachte ich mal wieder einen Tag in Berlin. Früh ging es 9.32 Uhr ab Bahnsteig 11 mit dem InterConnex zum Berliner Hauptbahnhof. Mit Platzreservierung kostete das 25 Euro per Internetbuchung. In Berlin überquerte ich die Spree und lief zum Bundeskanzleramt. Dort war Tag der Offenen Tür. Die lange Schlange rückte aber sehr langsam ins Gebäude und ich gab den Plan auf, das Bundeskanzleramt zu besichtigen.

Tiergarten

Tiergarten

Vom Bundeskanzleramt lief ich auf der Yitzhak-Rabin-Straße zur Straße des 17. Juni und dann auf einem Waldweg durch den Großen Tiergarten zur Tiergartenstraße. Der Große Tiergarten entstand 1530. Das Gebiet wurde umzäunt, Tiere ausgesetzt und die Brandenburger Kurfürsten jagden. Später wurde das Gelände zu einem Park umgestaltet. Hier wirkten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und ab 1818 Peter Joseph Lenné. Lenné ist in Leipzig durch den „Schillerpark“ (Lenné-Park) und den Johannapark bekannt.

Berliner Philharmonie

Berliner Philharmonie (Kammermusiksaal)

Am anderen Ende des Großen Tiergartens stößt man auf das außergewöhnliche Gebäude der Berliner Philharmonie. Hans Scharoun, ein Vertreter der organischen Architektur, baute 1963 das Konzerthaus. Damals recht abgelegen an der Grenze, heute direkt neben dem pulsierenden Potsdamer Platz.

Das Orchesters gab es bereits seit 1882. Hier trat Clara Schumann im Februar 1883 als Solistin auf und Arthur Nikisch war ab Oktober 1895 Chefdirigent. Im vorigen Jahrhundert wurde das Orchester besonders durch die Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan berühmt. Der Medienstar war von 1956 bis zu seinem Tod 1989 Chefdirigent. Aber bereits sein erster Auftritt im Jahr 1938 war eine Sensation.

Neue Nationalgalerie

Neue Nationalgalerie

Die Philharmonie steht auf dem Kulturforum, einem großen Gelände welches im Zuge der Arbeiten zur „Welthauptstadt Germania“ plattgewalzt wurde. Die Bebauung des ehemaligen gründerzeitlichen Villenviertels wurde abgerissen. Ich lief nun zu meinem nächsten Ziel, der Neuen Nationalgalerie, die Ludwig Mies van der Rohe 1968 errichtete. Er hat dafür den Entwurf für ein Verwaltungsgebäude von Bacardi-Rum in Santiago de Cuba verwendet.

Gerd Richter

Gerd Richter – Atelier/Studio

Ab 1968 lies Otto Piene Ballon-Skulpturen in den Himmel aufsteigen. Auf dem Dach der Neuen Nationalgalerie sollte am 19. Juli mit „Otto Piene. More Sky“ ein solches Sky Art Event stattfinden. Otto Piene starb zwei Tage vorher in einem Berliner Taxi. Die Veranstaltung fand trotzdem statt und in der oberen Etage des Neuen Nationalgalerie konnte man bis 31. August zwischen 22.00 und 03.00 Uhr die Dia-Licht-Installation „The Proliferation of the Sun“ ansehen. Die Sonne kommt näher.

Keith Haring

Keith Haring – Untitled

In der unteren Etage der Neuen Nationalgalerie läuft derweilen die „Ausweitung der Kampfzone“. Als Leitmotiv für die Arbeiten von 1968 bis 2000 hat man einen Roman von Michel Houellebecq gewählt. Der Autor beschrieb das Lebensgefühl einer kapitalistisch orientierten Generation, die ihr gesamtes Dasein als Kampfzone an wechselnden Fronten begreift. Die Ausstellungen „Moderne Zeiten“ (1900-1945) und „Der geteilte Himmel“ (1945-1968) sind in Berlin nicht mehr zu sehen. Im nächsten Jahr wird die Neuen Nationalgalerie für mehrere Jahre geschlossen und umgebaut.

Jason Rhoades - Fucking Picabia Cars with Ejection Seat

Jason Rhoades – Fucking Picabia Cars with Ejection Seat

Ausweitung der Kampfzone war dann Gerhard Richters 1985 abstrakt gemaltes Kölner Studio, Andy Warhol Camouflage-Bild, eine Maske von Keith Haring und Bruce Naumans „Indoor Outdoor Seating Arrangement“ – gegenübergestellte Zuschauertribünen. Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke irgendwo in der Mitte. Und der Nass/Trocken-Sauger von Jeff Koons.

A.R.Penck - Die Zukunft des Emigranten

A.R.Penck – Die Zukunft des Emigranten

Mir haben da die Arbeiten von Haring und Penck besonders gefallen. Ich habe viele Fotos gemacht, schließlich verschwindet der Bestand für mehrere Jahre von der Bildfläche. An der Installation von Joseph Beuys vorbei lief ich dann zum Ausgang. Um dem Ausstellungstitel zu entsprechen, hätte man hier mit dem Fahrrad abfahren müssen. Ich lief nun zur Gemäldegalerie. Übrigens hatte ich ein Area-Ticket gekauft, das für 12 Euro alle Museen des Kulturforums beinhaltete.

Gemäldegalerie

Gemäldegalerie

Hatte ich für die eher überschaubare Neue Nationalgalerie schon eineinhalb Stunden gebraucht, so lief mir ein der Gemäldegalerie völlig die Zeit davon. Hier kann man vor allem deutsche und italienische Malerei des 13. bis 16. Jahrhunderts und niederländische Malerei des 15. bis 17. Jahrhunderts ansehen. Sehr erschlagend, wenn man alles erlaufen will, geht der Rundgang über zwei Kilometer. Ich habe leider nicht alles geschafft und nach eineinhalb Stunden dann den Ausgang gesucht.

Gemäldegalerie

Gemäldegalerie

Das Gebäuder der Gemäldegalerie wurde am 12. Juni 1998 eingeweiht. Der speziell errichtete Museumsbau am Kulturforum stammt von den Architekten Hilmer & Sattler und Albrecht und wurde unter Einbeziehung der Villa Paul Parey errichtet. Nach dem Krieg war die Gemäldesammlung zweigeteilt auf der Museumsinsel (Ostberlin) und in einem Bau in Dahlem (Westberlin) untergebracht. Den Plan alles auf der Museumsinsel zu vereinen hat man inzwischen aufgegeben und favorisiert nun einen Neubau am Kulturforum.

Musikinstrumente-Museum

Musikinstrumente-Museum – Wurlitzer Orgel

In der Ben-Gurion-Straße, gegenüber des Sony-Centers, befindet sich das Staatliche Institut für Musikforschung mit dem Musikinstrumenten-Museum. Das wollte ich mir auch ansehen, aber nicht wegen der umfangreichen Sammlung von Cembalos. Hier waren auch Wurlitzer- und Hammond-Orgeln zu sehen und ein Trautonium nach Oskar Sala.

EMS Sequencer und Synthesizer

EMS Sequencer und Synthesizer

Das ich hier spezielle Interessen hatte, ging der Besuch recht schnell über die Bühne und ich macht mich auf den Weg zum Brandenburger Tor. Dort kam ich mit einer Stunde Verspätung an, die Veranstaltung die ich dort besuchen wollte, war schon mitten im Gange. Mit vielen anderen Leuten machte ich noch einem Bummel über die Wilhelmstraße zum Hauptbahnhof.

Demo

Demo

Dort fuhr pünktlich der InterConnex ein, der mich wieder nach Leipzig brachte. Der Zug soll eventuell ab Jahresende eingestellt werden, da die Busunternehmen dem Privatzug von Veolia ordentlich Konkurenz machen. Vor dem Hauptbahnhof gab es dann noch 15 Minuten Verspätung.

InterConnex

InterConnex

13. September 2014

An diesem Tag habe ich bei meiner Radtour auf dem R1 die Stadt Berlin durchquert: Beim Frühstück im Hotel fiel mir auf, dass an den Nachbartischen eine komplette Radsportmannschaft saß. Es handelte sich um das Continental Radsport Team Heizomat aus Bayern, die zum Finale der Rad-Bundesliga am Schäferberg angereist waren. Sie haben übrigens die Mannschaftswertung gewonnen. Ich machte mich wieder auf den Weg. Nach Radrennen war mir nicht zumute.

Hotel

Hotel

Nun ging es in den Grunewald. In Zeiten des Kalten Krieges war hier die US-Army, die unter anderem Schießübungen abhielten und auch mal einen Badegast am Wannsee trafen, was ihnen ein Lied aus der DDR einbrachte. Neben einem Trümmerberg gibt es in dem Waldgebiet noch den Grunewaldturm. 1888 wurde dieser als Ehrenmal für Wilhelm I., preußischer König und Deutscher Kaiser, errichtet. Die Aussichtsplattform ist 86 Meter über dem Wasserspiegel der Havel.

Grunewaldturm

Grunewaldturm

Der Europaradweg führte anschließend entlang der Heerstraße. Das ist eine zehn Kilometer lange schnurgerade Straße, die einmal als Ost-West-Achse Teil der Welthauptstadt Germania werden sollte. Es ist jedenfalls eine imposante Sichtachse. Zwischendurch bin ich mal rechts abgebogen und hab mir die Berliner Messe mit dem Funkturm angesehen. Von diesem wurde 1932 die weltweit erste Fernsehsendung abgestrahlt.

Messe mit Funkturm

Messe mit Funkturm

Gleich gegenüber ist das Haus des Rundfunks in der Masurenallee. Zuerst wurde hier die Deutsche Welle, später der Großdeutsche Rundfunk abgestrahlt. Bis 1950 gab es dort den Berliner Rundfunk, bis dieser in die Nalepastraße umzog. 1957 zog dann der Sender Freies Berlin (SFB) ein. 2003 ging dann alles in den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) über, der sich noch einen Neubau dazu baute.

Haus des Rundfunks

Haus des Rundfunks

Nun ging es weiter die Heerstraße entlang, die tatsächlich mal eine Aufmarschstraße des Militärs war. Am Ernst-Reuter-Platz ist dann die Technische Universität Berlin, als Teil der Freien Universität. Dort habe ich einen Usenet-Account. Weiter dann zum Grossen Stern mit der Siegessäule und zum Brandenburger Tor. Unterwegs sind im Tiergarten Gaslaternen aus verschiedenen deutschen Städten und der Hauptstadt ausgestellt. Eine Leipziger Gaslaterne ist Nummer 81.

Gaslaternen-Museum

Gaslaternen-Museum

Dann fuhr ich unter dem Brandenburger Tor hindurch über den Pariser Platz zu Berlins Boulevard Unter den Linden. Wegen Bau einer U-Bahn ist die Straße teilweise gesperrt, aber Busse dürfen dort fahren. Die Busspur ist für Fahrräder freigegeben. In Höhe der Museumsinsel wurde ich von lauter „Pappen“ überholt. Da fuhren fünf PKW Trabant, die man in Berlin für eine Stadtrundfahrt mieten kann. Dann ging es am Roten Rathaus und am Fernsehturm vorbei, zum Alexanderplatz.

Unter den Linden

Unter den Linden

Der Alexanderplatz ist ein eher unschöner Platz und sie wollen nun noch mehr Hochhäuser bauen. Als ich am Alex vorbeikam gab es dort gerade eine „Montagsdemo gegen Hartz IV“. Es wurde eine Gedenkminute für den Leipziger Pastor Christian Führer eingelegt, der am 30. Juni 2014 in Leipzig starb. Was das für eine Demo genau war, und warum diese Sonnabend stattfand, habe ich bei der kurzen Vorbeifahrt aber nicht mitbekommen.

Alexanderplatz

Alexanderplatz

Dann ging es in die Karl-Marx-Allee, die auch unter dem Namen Stalinallee bekannt ist. Hier streikten in der DDR-Zeit die Bauarbeiter wegen der Erhöhung der Stundennormen und lösten damit den Volksaufstand am 17. Juni 1953 aus. Stalin war in diesem Jahr gestorben und die Straße wurde dann in Karl-Marx-Allee umbenannt. In Leipzig haben wir ja auch Häuser in diesem Stil, die Ringbebauung am Roßplatz ist aus dieser Zeit.

Karl-Marx-Allee

Karl-Marx-Allee

Dann folgte das YAAM an der Schillingbrücke. Das ist ein interkultureller Szenetreff. Jung und Alt können dort Veranstaltungen besuchen, Sport treiben, herumhängen und Musik hören. Das YAAM ist als „hätte gerade eine New Yorker U-Bahn am Spreeufer gehalten und alle Fahrgäste hätten sich dazu verabredet, es sich ein paar Stunden miteinander gut gehen zu lassen“. PlusMinusNull war auch schon da.

YAAM

YAAM mit PlusMinusNull

Viele Städte hegen und pflegen ihre Stadtmauern. Berlin ist da völlig anders. Das mag daran liegen, dass die Stadtmauer quer durch die Stadt verlief und die Mauertore erst 1989 für alle geöffnet wurden. Der letzte Rest der Mauer steht in der Mühlenstraße und wird, wegen der künstlerischen Gestaltung East Side Gallery genannt. Leider muß auch jeder Trottel seine Namen dranschreiben. Viele der Kunstwerke sind sinnlos bekritzelt.

East Side Gallery

East Side Gallery

Auf meiner weiteren Fahrt wurde es nun etwas ruhiger. Ich überquerte an der Oberbaumbrücke die Spree. Entspannt radelte ich durch den Treptower Park am sowjetischen Ehrenmal vorbei. Dann ging es durch den Plänterwald zur Fähre. Bei meiner Spree-Radtour fuhr hier keine Fähre. Diesmal klappte die Überfahrt, kostet aber 2.60 Euro. Teuerer als die beiden Fähren vom Vortag zusammen. Auf der anderen Seite ist die Nalepastraße. Dort wurde mal DT 64 abgestrahlt, der Rundfunksender meiner Jugendzeit. Diesmal habe ich mit den trostlosen Anblick der leestehenden Gebäude gespart und bin vorbeigefahren.

Spree-Fähre

Spree-Fähre

Köpenick gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten im Berliner Raum. Vermutlich gab es bereits im 8. Jahrhundert eine slawische Burg an dieser Stelle. 1245 eroberten die Askanier die später entstandene Kastellburg. 1558 wurde dann ein Jagdschloss errichtet und 1677 zu einem Barockschloss erweitert. 1994 bis 2004 wurde alles restauriert.

Schloss Köpenick

Schloss Köpenick

Der Europaradweg führte übrigens seit dem Großen Stern und dem Brandenburger Tor auf der Strecke des Spree-Radweges. Ich bin zum Teil etwas anders gefahren, aber die Strecke kannte ich ansonsten schon. Es ging nun am Müggelsee entlang nach Erker. Dort bog der Spree-Radweg ab und ich ließ die große Stadt hinter mir.

27. September 2014

Im zweiten Teil der Kreuzfahrt kam ich am 27.9.14 durch Berlin. Die Mahlower feierten dies mit einem Feuerwerk. Himmel auf Erden!

Feuerwerk in Mahlow

Feuerwerk in Mahlow

Durch den Roten Dudel gelangte ich dann zur Bundesstraße 96 und verpasste die Abfahrt auf den Berliner Mauerradweg. So fuhr ich auf der Straße nach Berlin-Tempelhof. Dort hab ich erstmal, kurz vor Ladenschluss, bei LIDL etwas Proviant gebunkert. Dann ging es zur nächsten S-Bahn Station am Schichauweg. Von dort ging es mit der S-Bahn zum Südkreuz.

Berlin Südkreuz

Berlin Südkreuz

Hier erwartete mit eine böse Überraschung. Der nächste Zug fuhr erst Sonntag 0:36 Uhr. Ich mußte über zwei Stunden warten und vertrieb mir die Zeit mit dem Buch „Knaben und Mörder“, viel Kaffee und Betrachtungen über das Berliner Schaulaufen. Der Zug kam schließlich auf Bahnsteig 5 eingefahren und bummelte dann über Wittenberg und Dessau nach Bitterfeld. Dort wechselte ich dann in die S-Bahn nach Leipzig.

S-Bahn

S-Bahn

3. Oktober 2014

Zum Feiertag ging es auf dem Radweg Berlin-Usedom weiter. Ich stand gegen 10.00 Uhr vor dem Berliner Hauptbahnhof, zu einem weiteren Besuch der Bundeshauptstadt.

Berlin Hauptbahnhof

Berlin Hauptbahnhof

Ich fuhr diesmal auf dem Kapelle-Ufer zur nächsten Spree-Brücke. Dann machte ich noch einen Abstecher zum Paul-Löbe-Haus, fuhr dann an der Spree weiter und über die Wilhelmstraße zum Pariser Platz. Dann ging es Unter den Linden zur Museumsinsel und zum Berliner Dom, wo der Radweg Berlin-Usedom offiziell beginnt. Auf der langen Prachtstraße wird immernoch an der U-Bahn gebaut und auf der Museumsinsel am Stadtschloss.

Berliner Dom

Berliner Dom

Vom Lustgarten führt der Weg nun über den Hackeschen Markt zur Schönhauser Allee. Am Pfefferberg ging es dann zum Mauerpark und zur Max-Schmelling-Halle, von der aber nicht sehr viel zu sehen war. Der Radweg führt hier auf dem Berliner Mauerweg entlang. Dann erreichte ich die Böse-Brücke. Dort unterquert der Radweg die Bornholmer Straße. Am 9. November 1989 wurde dort gegen 23.30 Uhr die Passkontrolle eingestellt und die Grenze geöffnet.

Schönhauser Allee

Schönhauser Allee

An dieser Stelle ist also die Mauer gefallen. Das Areal nennet sich heute Platz des 9. November, ist aber eher ein kleiner Park. Nach der Brücke führt der Mauerweg dann an der Kleingartenkolonie Bornholm vorbei, die von der Weggestaltung nicht sonderlich begeistert waren. Ein japanischer TV-Sender hatte mit einer Spendenaktion den Berlinern eine kleine Allee mit Japanischen Zierkirschen geschenkt, damit sie Ruhe und Frieden wiederfinden.

Japanische Zierkirschen

Japanische Zierkirschen

Bis Bernau folgt der Radweg einem kleinen Flüsschen mit dem Namen Panke. Bis Ende des 19. Jahrhunderts soll der Fluss schiffbar gewesen sein. Heute reicht das Wasser nur noch für einen kleinen Bach. Das Flüsschen mündet an zwei Stellen in die Spree. Die Nordpanke wurde dabei als künstlicher Wasserlauf angelegt, die Südpanke ist der ursprüngliche Verlauf.

Panke

Panke

Dem Verlauf der Panke folgend, ging es nun nordöstlich aus Berlin heraus, über die Autobahn A114, an der Blankenburger Gleiskreuzung vorbei, über den Berliner Ring (Autobahn A10) nach Buch.

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