Notenspur und Notenrad

Auf der Notenspur
21. August 2013

Auf Leipzigs Fußwegen sind seltsame Metalbögen eingelassen. Dabei handelt es sich um die Leipziger Notenspur. Ein Fünf-Kilometer-Rundkurs durch die Leipziger Musikgeschichte, den Einige gern als UNESCO-Weltkulturerbe sehen würden. In den Abendstunden des 21. August 2013 bin ich den Kurs – mit einigen Abweichungen – mit dem Fahrrad abgefahren.

MDR-Kubus

MDR-Kubus

Die kleine Reise beginnt am MDR-Kubus. Der schwarze Würfel, den Peter Kulka entworfen hat, steht auf dem Augustusplatz vor dem Uni-Riesen. Mit schwarzen Würfeln hat ja man anderenorts etwas Probleme (z.B. in Hamburg), weil man es als eine Anspielung auf die Kaaba in Mekka interpretieren könnte. Unsere Blackbox steht seit 2001 und hat bislang keinen Zorn erregt. Dort probt das MDR Sinfonieorchester und der Rundfunkchor. Durch eine Brücke ist der Kubus mit dem Neuen Gewandhaus verbunden.

Gewandhaus mit Mendebrunnen

Gewandhaus mit Mendebrunnen

Im ursprünglich Gewandhaus für Tuchmacher im Gewandgäßchen wurden ab 1781 Konzerte veranstaltet. Später abgerissen steht dort heute das Städtische Kaufhaus. Das zweite Gewandhaus wurde 1882–1884 nach Plänen von Martin Gropius in der Grassistraße errichtet und begründete das Musikviertel. Es wurde im Zweiten Weltkrieg weggebombt. Genau zweihundert Jahre nach dem ersten wurde 1981 das dritte Gewandhaus auf dem Augustusplatz durch Erich Honnecker eröffnet. Seine Aussprache von „Orschester“ bei der Eröffnungsrede führte zu vielen Lachsalven der Leipziger.

Mendelssohn-Haus

Mendelssohn-Haus

Vor dem zweiten Gewandhaus stand bis 1936 ein Denkmal von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dort gründete er auch das erste deutsche Konservatorium. Das Haus in der Goldschmidtstraße 12, in dem der Komponist, Pianist und Organist die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte, ist die nächste Station der Notenspur. Heute ist in dem Haus ein Museum. Eine seiner bekanntesten Kompositionen, die Musik zu „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare, schrieb er aber noch in Berlin. Dort wurde er auch beerdigt.

Musikbibliothek Peters

Musikbibliothek Peters

Die Komponisten Hoffmeister und Kühnel gründeten 1800 ein „Bureau de Musique“. Vierzehn Jahre später kaufte Carl Friedrich Peters den Musikverlag auf, der dann „C. F. Peters“ hieß und eine „Edition Peters“ herausgab. 1894 wurde durch den damaligen Inhaber Max Abraham eine Musikbibliothek in der Goldschmidtstraße 26 gegründet. In der „Edition Peters“ sind übrigens auch viele Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy erschienen. Bei Abraham weilte auch oft Edvard Grieg. Um die Ecke, Talstraße 10, ist eine Gedenk- und Begegnungsstätte für den norwegischen Komponisten.

Grassi-Museum

Grassi-Museum

Im Grassi-Museum gibt es eine schöne Sammlung von Musikinstrumenten, die ich mir vor einem Jahr ausgiebig angeguckt habe. Sehr sehenswert. Gleich dahinter, ebenfalls am Täubchenweg, liegt der Alte Johannisfriedhof. Auf dem ältesten Leipziger Friedhof war auch Bach begraben, der später in die Johanniskirche und dann in die Thomaskirche umverlegt wurde.

Reclam-Carée

Reclam-Carée

Hier wich ich von der offiziellen Route (Schumann-Haus in der Inselstraße) ab und guckte mir das Reclam-Carée an. Der Reclam Verlag wurde von Anton Philipp Reclam 1828 in Leipzig gegründet und war für seine „Universal Bibliothek“ berühmt. Das Leipziger Stammhaus in der Inselstraße wurde 2006 endgültig geschlossen. In der Büttnerstraße befindet sich aber noch einer der Verlage, die das Grafisches Viertel ausmachten.

Hofmeister-Haus

Hofmeister-Haus

Der 1807 gegründete Friedrich-Hofmeister-Musikverlag befindet sich noch immer am alten Standort. Hofmeister war übrigens Azubi bei Breitkopf und Härtel, ebenfalls ein Musikverlag, und Geselle bei dem bereits genannten „Bureau de Musique“. Er handelte auch mit Klavieren und Musikerporträts.

Wagner-Denkmal

Wagner-Denkmal

Nun ging es mit dem Fahrrad – über den „Ring“ – zum Wagner-Denkmal. Diese 1904 gefertigte Wagner-Büste stammte ursprünglich von Max Klinger. Hier zu sehen ist ein Nachguss von 1983. Zum 200. Geburtstag von Wagner am 22. Mai 2013 wurde in Leipzig ein weiteres Wagner-Denkmal eingeweiht, das in der Nähe seines Geburtshauses steht, auf dem originalen Sockel von Max Klinger. Dieser stand ursprünglich an der Stasi-Ecke auf der anderen Seite des „Rings“. Es ist kompliziert.

Oper Leipzig

Oper Leipzig

Gleich daneben steht die Oper Leipzig. 1960 wurde das Leipziger Opernhaus mit Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ eröffnet. Im Vorgängerbau, der von 1868 bis 1943 an gleicher Stelle stand, wurde 1878 erstmals Wagners „Ring“ außerhalb von Bayreuth aufgeführt. Von Juli 1886 bis Mai 1888 dirigierte der österreichische Komponist Gustav Mahler. Vor 1868 befand sich hier ein Berg. Der Schneckenberg war Teil eines Landschaftsparks und wurde oft zum rodeln benutzt. Theodor Körner schrieb auf der kleinen Erhebung „Lützows wilde, verwegene Jagd“. Vom Park ist heute noch eine kleine Grünanlage mit Schwanenteich erhalten.

Nikolaikirche und Alte Nikolaischule

Nikolaikirche und Alte Nikolaischule

Am Nikolaustag, dem 6. Dezember 1512, konnte die erste weltliche Schule Leipzigs eingeweiht werden: die Nikolaischule. 1872 ist die Schule in die heutige Goldschmidtstraße umgezogen. Berühmte Schüler waren Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Gottfried Seume, Emil Adolf Roßmäßler, Hermann Schulze-Delitzsch, Richard Wagner und Karl Liebknecht.

Museum der bildenden Kunst

Museum der bildenden Kunst

Das Museum der bildenden Kunst auf dem ehemaligen Sachsenplatz wurde im Dezember 2004 fertiggestellt und kostete 74,5 Millionen Euro. Der Vorgängerbau stand übrigens auf dem Augustusplatz, anstelle des Neuen Gewandhauses und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. In den 61 Jahren dazwischen gab es verschiedene Interimslösungen. Die Sammlung beinhaltet 3.500 Gemälde, 1.000 Skulpturen und 60.000 grafische Blätter.

Altes Rathaus

Altes Rathaus

Am Markt muss man das Fahrrad schieben. Das Altes Rathaus beherbergt seit 1909 das Stadtgeschichtliche Museum. Hier ist das einzige authentische Porträt Johann Sebastian Bachs, von Elias Gottlob Haussmann, zu sehen. 1723 unterzeichnete der Thomaskantor in der Ratsstube seine Anstellungsurkunde. Durch das Barfußgäßchen gelangt man zu einer Außenstelle des Museums.

Zum Arabischen Coffe Baum

Zum Arabischen Coffe Baum

„Zum Arabischen Coffe Baum“ heißt das kleine Museum in der Kleinen Fleischergasse. Natürlich geht es um die sächsische Kaffeegeschichte. Im Restaurant wird seit über dreihundert Jahren Kaffee ausgeschenkt. Die Gästeliste reicht von August dem Starken bis Napoleon. Hier verkehrten Johann Sebastian Bach, Robert Schumann, Franz Liszt und Richard Wagner.

Thomaskirche mit Bach-Denkmal

Thomaskirche mit Bach-Denkmal

Auf dem Dittrichring ging es mit dem Fahrrad zur Thomaskirche. Dort gelangt man zuerst zum Mendelssohn-Denkmals. Es wurde 2008 errichtet und ist die Rekonstruktion des alten Mendelssohn-Denkmals, das 1936 zerstört und eingeschmolzen wurde. Ein Stück weiter ist das älteste Bach-Denkmal der Welt, welches von Felix Mendelssohn Bartholdy gestiftet wurde.

Direkt neben der Thomaskirche gibt es ein weiteres Bach-Denkmal und ein Bach-Museum. Seit 1949 ist der Thomaskantor auch in der Kirche begraben. Dort tritt regelmäßig der Thomanerchor auf. Zu den Thomaskonzerte vorwiegend mit Werken von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Hier endet nun meine kleine Rundfahrt. Die weiteren Stationen des Rundkurses habe ich weggelassen, weil da nicht viel zu sehen ist.

Notenrad-Bach-Tour
24. Juni 2012

Picknick zu Bachs Bauernkantate

Picknick zu Bachs Bauernkantate

Treffpunkt zu dieser Radtour war die Thomaskirche wo gegen 11.00 Uhr das Johannessingen der Thomaner mit Thomaskantor Biller stattfand. Die Radfahrer hab ich allerdings nicht gefunden, so dass ich einfach Richtung Kleinzschocher fuhr. Unterwegs traf ich dann tatsächlich auf ca. 30 Musikfreunde auf Fahrrädern. An der Taborkirche der erste Halt: Picknick zur Bauernkantate von Bach, die hier am Gut uraufgeführt wurde. Im Schloß wohnten meine Großeltern.

Liebesdenkmal im Hahnholz

Liebesdenkmal im Hahnholz

Von dort aus ging es erstmal durch den Volkspark Kleinzschocher und durchs Hahnholz – am Liebesdenkmal vorbei – nach Großzschocher. Danach ging es weiter zum Cospudener See, zum Markkleeberger See – ja diese Steigung hoch – und zum Störmthaler See nach Störmthal.

Kaffeetrinken im Pfarrgarten

Kaffeetrinken im Pfarrgarten

Bis nach Störmthal fuhren wir mit 7-12 km/h – einige der mitfahrenden Senioren hatten aber auch damit Schwierigkeiten. Mit dabei ein Musik-Fahrrad mit Bachschen Werken. Im Pfarrgarten – mit Kirschbaum – erwartete uns Kaffee und Kuchen. Darauf hatte ich allerdings keine Lust: ich leerte meine mitgenommene Colaflasche und bezahlte erstmal die 5 Euro.

Störmthaler Kirche

Störmthaler Kirche

Gabriele Wadewitz erzählte einiges zur Hildebrandt-Orgel und ließ sie dann auch erklingen. Die Orgel ist weitestgehend im Orginalzustand erhalten. Darauf hat Bach noch selbst gespielt und die Orgel gelobt. Eingeweiht wurde sie mit Bachs Kantate „Höchsterwünschtes Freudenfest“ im Jahre 1723. Eigentlich sollte in Störmthal ein gewisser Silbermann die Orgel bauen, es machte dann aber einer seiner Schüler – Zacharias Hildebrandt. Die Beiden hatten dann auch heftig Streit miteinander.

Hildebrandt-Orgel

Hildebrandt-Orgel

Von Störmthal aus ging es wieder zurück: am südlichen Schlachtfeld der Völkerschlacht vorbei ging es nach Markkleeberg und durch den Leipziger Auenwald an der Pleiße entlang zur Pferderennbahn. Das Ganze zu den Brandenburgischen Konzerten vom Musik-Fahrrad. Dabei fing es bereits an zu tröpfeln. Ich bog bereits am Schleußiger Weg ab und fuhr nachhause.

Notenrad-Garten-Tour
22. Juni 2014

Augustusplatz

Augustusplatz

Am 22. Juni 2014, 11.00 Uhr, trafen sich am Augustusplatz dreißig Radfahrer zur Notenrad-Garten-Tour. Die gärtnerische Reiseleitung hatte Michael Berninger von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, den ich bereits von einer Radtour auf dem Elster-Saale-Radweg kenne. Die musikalische Reiseleitung hatte Prof. Werner Schneider, der Erfinder der Leipziger Notenspur und Vorsitzender des Notenspur Fördervereins. Werner Schneider ist übrigens Professor für Statik und Dynamik, also Physiker und nicht Musikprofessor. Unterstützt wurde die Radtour außerdem vom ADFC, der die Absicherung übernahm.

Hinter dem Neuen Gewandhaus und der Moritzbastei liegt ja der Schillerpark, der 1857 von Peter Joseph Lenné gestaltet wurde. Vorher war dort der Stadtgraben, der verfüllt wurde. Lenné hat auch den Johannapark erdacht. Bis 1900 hat sich der Leipziger Gartendirektor Carl Otto Wittenberg um die beiden Anlagen gekümmert. Hier befindet sich neben dem Schiller-Denkmal, das dem Park seinen inoffiziellen Namen gab, auch ein Denkmal für Robert Schumann, welches 1875 eingeweiht wurde.

Das Stück des Ringes von Moritzbastei bis zur S-Bahn-Station heißt Roßplatz und bekam seinen Namen tatsächlich von einem Pferdemarkt, der auf dem freien Schußfeld vor dem Stadtgraben stattfand. Dort gab es auch die ersten Pferderennen in Leipzig.

Geburtshaus von Hanns Eisler

Geburtshaus von Hanns Eisler

Die Tour führte den Ring entgegengesetzt entlang, zum Hochhaus Wintergartenstraße und dann zur Hofmeisterstraße. Dort befindet sich das Geburtshaus von Hanns Eisler. Eisler siedelte im Alter von drei Jahren (1901) nach Österreich (Wien) über und blieb auch zeitlebens österreichischer Staatsbürger. Den meisten Menschen ist er als Komponist der DDR-Nationalhymne bekannt. Eisler schrieb aber auch Hollywood-Filmmusik und war sogar für einen Oscar nominiert. Auch der DEFA-Spielfilm „Unser täglich Brot“ wurde von Eisler vertont.

Auferstanden aus Ruinen ist das alte Haus nicht und die Tafel, die an Eisler erinnerte, längst abgefallen. Nur die Radicals haben ein RCS drangemalt. 1990 war mal in der Diskussion die Kinderhymne von Eisler, die Prof. Schneider mit einem tragbaren CD-Player abspielte, als neue deutsche Nationalhymne zu verwenden: „Anmut sparet nicht noch Mühe / Leidenschaft nicht noch Verstand / Daß ein gutes Deutschland blühe / Wie ein andres gutes Land.“

Innenstadtbrache

Innenstadtbrache

Gegenüber blüht das Unkraut. Auf der dortigen Brache stand bis zum Bombenangriff vom 4.12.1943 der Krystallpalast – ein Vergnügungszentrum für 15000 Menschen. 1945 errichtete der Zirkus Aeros nach russischem Vorbild eine feste Spielstätte aus Holz, der bis 1956 überlebte. Dann wurde ein Bau des Zirkus Franz Althoff in Stuttgart gekauft und als Winterspielstätte errichtet. 1961 wurde daraus das „Haus der heiteren Muse“. 1992 brannte alles ab. Seitdem liegt alles brach.

Mariannenpark

Mariannenpark

Aber nun ging es weiter zur Rohrteichstraße. 1928 wurde der Volkspark Schönefeld nach 15jähriger Bauzeit fertiggestellt und 1931 in Mariannenpark umbenannt. Der Entwurf stammt von Leberecht Migge, der nach der Eingemeindung von Schönefeld aber ausgebootet wurde. Der Leipziger Gartendirektor Carl Hampel, Nachfolger von Carl Otto Wittenberg, hatte da andere Ansichten. Hermann August Molzen, ab 1920 Leipziger Gartendirektor, hat dann den Park vollendet.

Der Rosengarten, wo wir zuerst hielten, wurden 1998 restauriert und – dank vieler Rosenpaten – 674 Rosen gepflanzt. Auf einer Fläche die Migge für einen Tennisplatz vorgesehen hatte, hielten wir als nächstes. In der DDR-Zeit wurde hier zum Sportfest 1977 eine Minigolfanlage angelegt. 1998 wurde die Fläche ein Staudengarten.

Gedächtniskirche Schönefeld

Gedächtniskirche Schönefeld

Nun ging es weiter zur Gedächtniskirche Schönefeld die 1816-1820 als klassizistische Saalkirche neu errichtet, nachdem der Vorgängerbau zur Völkerschlacht abbrannte. Neben der Kirche steht eine Pyramide, die auf einer Gruft der von Eberstein errichtet wurde. Die Mariannenstiftung der Familie von Eberstein überlies der Gemeinde Schönefeld das Gelände des Mariannenparks.

Teil des Notenrades ist die Schönefelder Kirche aber wegen einer Eheschließung: Am 12. September 1840 heirateten Robert Schumann und Clara Wieck in der Gedächtniskirche. Das Vater Wieck der Ehe nicht zustimmte, mußte ein Gericht die Ehe erlauben. Wir hörten einen Schüler der Musikschule Geyserhaus an einem E-Piano. Die meisten Töne wurden getroffen.

Volksgarten

Volksgarten

Nun ging es weiter zum Volksgarten zwischen Adenauerallee und Torgauer Straße. Das ist ein eher kleiner Park, der am Parkbogen Ost liegt. Apel ließ 1864 Steine zum Andenken an die Völkerschlacht aufstellen. Der Apelstein im Volksgarten erinnert an Michel Ney – Herzog von Elchingen, Fürst von der Moskwa und Marschall von Frankreich. Dann ging es – entlang des Parkbogen Ost – weiter zur Emaus-Kirche in Sellerhausen und dann zum Stünzer Park.

Stünzer Park

Stünzer Park

Am 16. September 1898 wurde der Volkshain in Stünz eingeweiht. Der Park beruht auf einem Entwurf vom bereits genannten Carl Otto Wittenberg, damals Leipziger Gartenbaudirektor. Stünz war damals noch eine eigenständige Gemeinde und kam erst 1910 nach Leipzig. Aber die Stadt hat das Gelände, ein großes Feld, einfach gekauft.

Zur Völkerschlacht rastete auf diesem Feld das 3. Königsberger Bataillon des 3. ostpreussischen Landwehr-Infantrie-Regiments. An dieser Stelle wurde ein künstlicher Teich angelegt, an desse Ufer ein weiterer Apelstein zu finden ist. Dieser erinnert an Karl Friedrich Friccius der sich bei der Erstürmung des Grimmaischen Stadttores hervortat.

Notenrad-Kletterorchester

Notenrad-Kletterorchester

Antje Schuhmann, Landschaftsplanerin im Amt für Stadtgrün und Gewässer, entwickelte Spielgeräte, die wie Musikinstrumente gestaltet sind und zusammen ein ganzes Orchester ergeben. Diese sollen einen Spielplatz – das „Kletterorchester“ – im Stünzer Park ergeben, zu dessen Finanzierung aber noch 20000 Euro fehlen. Der Unkostenbeitrag von 5 Euro unserer Radtour wurde dafür gespendet.

Hier legten wir eine Rast ein. Mir war aber nicht nach rasten und so guckte ich mir die naheliegenden Bäume an. Da gab es massiven Blattfraß. Einen Bockkäfer habe ich gesehen, konnte die genaue Art aber nicht bestimmen. Auf dem Boden tummelten sich Feuerwanzen – die Tiere konnte ich noch nie leiden. Aber dann ging es auch schon weiter nach Zweinauendorf.

Zweinauendorfer Gutspark

Zweinauendorfer Gutspark

Nach ihrer Heirat verbrachten Robert und Clara Schumann den Nachmittag in Zweinauendorf. Eine steinerne Bank am Tempelberg, die 2010 von Engelsdorfer Schülern ausgegraben wurde, war Schumanns Lieblingsplatz zum komponieren. Unter der Leitung von Dr. Thomas Wagner und dessen Sohn Dr. Andreas Wagner wurde bis 1760 ein Auenwaldrestes am Gut Zweinauendorf zu einer parkähnlichen Anlage im Stil eines Englischen Gartens umgebaut.

Gut Mölkau

Gut Mölkau

Das Rittergut in Zweinauendorf heißt heute Gut Mölkau. Das Gut hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach dem Krieg wurde es enteignet und Volksgut. Nach der Wende kam es ins Eigentum der Stadt Leipzig und wurde 2002 privatisiert. Wir hörten wieder Musik von einer Schülerin der Musikschule Geyserhaus. Dann ging es weiter zum Völkerschlachtdenkmal.

An dieser Stelle verabschiedete sich übrigens der Akku meiner Kamera. Die folgenden Fotos wurden zu einem anderen Zeitpunkt gemacht.

Südfriedhof

Südfriedhof

Hier gibt es nun eine neue Station des Leipziger Notenrades: den Südfriedhof. Für die Gestaltung war der bereits genannte Leipziger Gartenbaudirektor Carl Otto Wittenberg und der Architekt Hugo Licht verantwortlich. Hugo Licht hat das Neue Rathaus und die Schule am Adler entworfen, auf die ich mal gegangen bin. Die Wege im Friedhof, der dann 1886 eröffnet wurde, sind in Form eines Lindenblattes angelegt.

Später, bis 1913, wurde dann das Völkerschlachtdenkmal neben den Friedhof gebaut. Der Leipziger Gartendirektor Carl Hampel, Nachfolger von Carl Otto Wittenberg, hat die dortigen Gartenanlagen geschaffen.

Südfriedhof

Südfriedhof

Auf dem Friedhof war Max Abraham, Verleger und Stifter der Musikbibliothek Peters, der ersten öffentlichen und kostenlos zugänglichen Musikbibliothek Deutschlands, beerdigt. Das Grab gibt es nicht mehr, aber seit 1992 einen Gedenkstein, den wir besuchten.

Auf dem Rückweg ging es noch am Grab von Gewandhauskapellmeister und Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker Arthur Nikisch vorbei, welches etwas versteckt liegt. Der ungarische Dirigent starb am 23. Januar 1922 in Leipzig. Ein paar Meter weiter befindet sich das Grab von Thomaskantor Günther Ramin. Den berühmten Chor leitete er ab 1940. Von 1933 bis 1938 und von 1945 bis 1951 leitete er auch den Gewandhaus-Chor.

Deutsche Nationalbibliothek

Deutsche Nationalbibliothek

Vom Südfriedhof ging es nun zur zur Deutsche Nationalbibliothek auf der Straße des 18. Oktober. Eigentlich bildete die Straße mal eine Sichtachse zwischen Völkerschlachtdenkmal und Neuem Rathaus. Aber auf der Alten Messe wurde mal ein Betonriegel draufgebaut, auf dem man damals ziemlich stolz war. Die Idee hinter dieser Sichtachse, die Bebauung des Gebietes, ging aber in die Hose.

Die Nationalbibliothek enthält auch das Deutsches Musikarchiv mit allen veröffentlichte Notenausgaben und Musiktonträgern aus Deutschland. Bis 2010 war das Musikarchiv in der Siemens-Villa in Berlin-Lankwitz. Nun ist es in Leipzig.

Friedenspark

Friedenspark

Hinter der Russischen Gedächtniskirche befand sich der Neue Johannisfriedhof, der in den 1980er Jahren aufgelöst wurde. Dafür wurde der Friedenspark angelegt und 1983 eröffnet. Idee war ein Sport- und Erholungspark für die Studenten der naheliegenden Uni zu schaffen. Dann wurde es aber doch ein öffentlicher Park. Die Planung erfolgte aber, wie Michael Berninger anmerkte, von der Liebigstraße aus. Am Südende gibt es keinen richtigen Eingang.

Grassi-Museum

Grassi-Museum

Unsere Fahrt endete am Grassi-Museum, wo nocheinmal eine junge Violinistin von der Musikschule Geyserhaus mit ihrem Lehrer am Piano spielte. Für den Lene-Voigt-Park, der auf dem Gelände des ehemaligen Eilenburger Bahnhos errichtet wurde, blieb keine Zeit mehr. Das Grassi-Museum beinhaltet auch das Musikinstrumente-Museum, mit einer interessanten Sammlung, die ich bereits besichtigt habe.

Auch andere Blogger haben die Notenspur erkundet. Eine Übersicht gibt es unter www.notenspur-leipzig.de

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