Alte Salzstraße

Am 4. Juli, 12.00 Uhr, startete „Auf der Suche nach dem Grünen Ring – Radtour auf den Spuren der Alten Salzstraße“ unter Leitung von Michael Berninger (DGGL Sachsen) und Heike König (Grüner Ring). Bei über 30 Grad fand sich dann eine kleine Gruppe am Wasserfall der Probstei St. Trinitatis zusammen. Zuerst gab es eine Besichtigung des Kirchenneubaus, der bei den Leipzigern eher durchgefallen ist. Besonders die fensterlose Seite zum Wilhelm-Leuschner-Platz wirkt sehr erdrückend. Aber irgendwann werden sich alle daran gewöhnt haben.

St. Trinitatis (Wasserfall)

St. Trinitatis (Wasserfall)

Innen wirkte der große Kirchenraum, der sich hinter dieser Wand verbirgt, sehr schlicht. Ein Lichtschacht beleuchtet ein griechisches Kreuz mit Ornamenten, die sich auch an anderen Einrichtungsteilen wiederfinden. Das Predigtpult ist zurückgesetzt, der Altar ebenerdig und das Kirchengestühl im Halbkreis darum angeordnet. Daher ist der Raum auch breiter als lang, wie uns Propst Gregor Giele erzählte. Die Akkustik ist für musikalische Darbietungen ideal, wie wir uns auch gleich überzeugen konnten. Worte benötigen elektronische Verstärkung. Eine profane Nutzung ist nicht geplant. Man möchte einen Ort der Stille in der hektischen Stadt.

St. Trinitatis

St. Trinitatis

Nun machte sich die kleine Gruppe auf den Weg zur nächsten Kirche. Durch den Johannapark, den Clara-Zetkin-Park und dem Palmgarten, ging es zum Richard-Wagner-Hain. Dieser erstreckt sich auf beiden Seiten des Elsterflutbeckens. Auf der westlichen Seite wird er meist für den Palmgarten gehalten. Michael Berninger machte hier interessante Ausführungen zur Entstehungsgeschichte der Parks. Dann ging es weiter durch Plagwitz, an den Nachbarschaftsgärten vorbei, zum Karl-Heine-Kanal.

Richard-Wagner-Hain

Richard-Wagner-Hain

Die Gewässerverbindung vom Karl-Heine-Kanal zum Lindenauer Hafen wurde zwei Tage vorher, also am 2. Juli, eingeweiht. Die Verbindung vom Hafen zum Saale-Elster-Kanal, knapp 100 Meter, fehlt aber noch. Diese soll irgenwann folgen. Über die neue Verbindung führt eine Fußgängerbrücke, und so kann man gemütlich von der rechten Seite auf die linke wechseln. Wir fuhren hier nun durch die Schönauer Lachen zur Schönauer Kirche.

Gewässerverbindung

Gewässerverbindung

Die Schönauer Kirche habe ich schon einige Male besucht, denn von 1980 bis 1990 wohnte ich nicht weit entfernt. Dort erwartete uns Orgelmusik in Alternatimpraxis: Kantorin Elke Bestehorn spielte und sang abwechselnd. Dann erzählte sie uns einiges zur Geschichte der Kirche, über Kanzel und Altar von 1624 und das Gemälde am Sockel des Altars, welches die Leipziger Ratsherren aus jener Zeit zeigt. Die bemalte Kassettendecke im hinteren Teil stammt aus den 1930er Jahren. Die neuere Geschichte kannte ich noch recht gut – vom Brand in der DDR-Zeit bis zu „Klang. Stille. Raum.“ von der Volkshochschule.

Schönauer Kirche

Schönauer Kirche

Von der Schönauer Kirche ging es weiter zum Schönauer Park. Am Westeingang befand sich das Rittergut, welches 1979 abgerissen wurde. Ich kannte dort noch den Ziehharmonika-Konsum und später die Freiluftgaststätte. Durch den Park und weiter die Parkallee entlang fuhren wir zum Heizhaus und dann weiter zum Kolonaden-Garten an der Alten Salzstraße. Nach einem kurzen Blick in den Garten radelten wir dann zur Pauluskirche weiter. Es war richtig heiß.

Pauluskirche

Pauluskirche

Auch die 1983 erbaute Pauluskirche ist mir bereits bekannt. Der Entwurf für die Kirche in Form eines Zeltes stammt von Rainer Ilg, Gerhart Pasch und einem Leipziger Architektenteam. Die Altarwand gestaltete Matthias Klemm. Die kleine Gruppe machte eine Pause mit Picknick und ein Teil verabschiedete sich wegen der Hitze. Die restlichen Sechs fuhren weiter zum Rodelberg am Kulkwitzer See und dann auf dem Grünen Ring weiter nach Miltitz.

In Miltitz gab es die Firmengebäude der Firma Schimmel (Aromastoffe) und die ehemalige Werkssiedlung anzuschauen. Nächste Station war das Kurhaus Bienitz wo die nächste Rast stattfand: Eis und Limonade. Gegen 17.30 Uhr erreichten wir dann die Pilgerkirche in Kleinliebenau. Die alte Kirche wurde 2005 von Henrik Mroska für einen Euro erworben. Seitdem restaurierte der Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau, der gerade sein 10-Jähriges Jubiläum feierte, die Kirche und führt Veranstaltungen durch.

Pilgerkirche Kleinliebenau

Pilgerkirche Kleinliebenau

Für Pilger auf dem Jakobsweg – die Kirche liegt an der alten Via Regia – gibt es vier Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich auch einen Stempel. Für mich gab es vier Becher Sprite. Da ich sowieso gesundheitlich etwas angeschlagen war, war ich nicht böse, dass sich die Gruppe dann auf den Nachhauseweg machte. Es ging an der Domholzschänke vorbei zur Neuen Luppe und dort auf dem Elster-Radweg zurück nach Leipzig.

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