Parthe-Mulde-Radtour

Am 8. März befuhr ich den Parthe-Mulde-Radweg von Leipzig aus nach Grimma. Diesmal hatte ich die Karte „Leipzig und Umgebung“ vom ADFC dabei, die man auch braucht, denn eine durchgehende Beschilderung gibt es nicht. Der Radweg beginnt etwas nördlich des Elsterflutbeckens an der Bahnbrücke über die Luppe. Dort werden Leipzigs Abwässer geklärt und die Parthe mündet in den alten Lauf der Elster.

Luppe

Luppe

Der Radweg führt nun durch das Rosental. Dort geht es am Aussichtsturm mit Grillplatz vorbei. Die Anhöhe ist ein „Scherbelberg“, also aus Müll errichtet. Der ursprüngliche Turm wurde 1896 nach einem Entwurf von Hugo Licht erbaut und brannte beim großen Bombenangriff 1943 ab. Der jetzige Turm stammt von 1975. In diesem Jahr wurde auch das „Zoo-Schaufenster“ eröffnet. Von dort fließt die Parthe in den Park und begrenzt das Rosental im Norden.

Rosental

Rosental

Die Strecke führt nun an der beiden Haupteingängen des Hauptbahnhofes entlang zur B2. Von dort geht es am alten Postbahnhof vorbei nach Schönefeld. Am Bahnhof startet auch, auf gleicher Strecke, der Radweg Leipzig-Berlin. Diese Streckenführung ist touristisch sicher interessant, leider verpasst man dadurch den Parthe-Tunnel. Nördlich des Hauptbahnhofes unterquert der Fluß mit einem 200 Meter langen Tunnel das Bahngelände.

Hauptbahnhof

Hauptbahnhof

In Schönefeld durchquert man den Mariannenpark, dann geht es recht ruhig zur Mockauer Post. Obwohl die dortige Haltestelle noch so heißt, ist die Post schon lange ausgezogen. Auf der Karte ist eine andere Wegführung beschrieben. Da hab ich wohl die falsche Abfahrt genommen. So bin ich halt über die holprige Kieler Straße nach Thekla gefahren. Dort wird seit Ewigkeiten (seit zwei Jahren) an der Parthe-Brücke gebaut.

Parthe-Brücke

Parthe-Brücke

An der Theklaer Kirche biegt der Radweg nach Norden ab und trifft hier auf den Inneren Grünen Ring. Dann geht es unter der Autobahn A14 hindurch nach Plaussig. Im Norden kann man ein Fahrzeugwerk erkennen. BMW baut in Leipzig aber keine Fahrräder. In Plaussig trifft der Radweg auf den Äußeren Grünen Ring. Beide Radwege führen bis Naunhof meistens auf gleicher Strecke. Der Radweg Leipzig-Berlin führt von hier an nach Norden. Der Parthe-Mulde-Radweg führt nun über Seegeritz nach Taucha.

Taucha

Taucha

In Taucha tangiert man die Bundesstraße B87 und das Schild fehlt. Es geht weiter über Döbitz, Dewitz nach Sehlis. Hier wehrt man sich gegen einen Autobahnneubau durch die Parthenaue. Nun führt der Radweg über Borsdorf nach Beucha, ich bin aber einen Umweg gefahren und bog nach Osten ab. Über Cunnersdorf fuhr ich in den Tresenwald. Schilder waren dort nicht vorhanden, ich orientierte mich aber an den Wanderweg-Markierungen. Weißes Quadrat mit gelben Punkt.

Tresenwald

Tresenwald

Ich fuhr dann einfach einem Holztransporter hinterher und mit der GPS-Navigation vom Handy fand ich dann auch den richtigen Weg nach Machern. Machern ist ja vor allem durch das Schloß und den Schloßpark mit Ritterburg und Pyramide bekannt. Eine neuere Attraktion ist der Golfplatz am Rande des Tresenwaldes. Da wurde fleißig gewerkelt, vermutlich bereiteten die Mitarbeiter den Platz für die Saison vor.

Golfplatz Machern

Golfplatz Machern

Von Machern ging es auf der Leipzig-Elbe-Radroute zurück zum Parthe-Mulde-Radweg. Nach Überquerung der Eisenbahnlinie Leipzig-Dresden biegt man nach rechts ab und gelangt nach Brandis. Dort war der Weg auch nur mit Hilfe zu finden. Am Ortsausgang gab es Kaffee und Mandelecke an einer Tankstelle. In Beucha sah ich mir die Bergkirche an. Sie thront über dem alten Steinbruch der nach Aufgabe ein See wurde. Hier wurde der Granit für das Leipziger Völkerschlachtdenkmal abgebaut.

Bergkirche Beucha

Bergkirche Beucha

Dann ging es wieder unter der Autobahn A14 hindurch über Albrechtshain, Eicha nach Erdmannshain. In Erdmannshain gibt es die Sachsen-Klinik und eine Radfahrerkirche. Beides hatte ich bereits 2012 besucht. Weiter nach Naunhof. Der kleine Ort ist durch seine Badeseen bekannt, vor allem durch den Autobahnsee. Es gibt ein interessantes Turmuhrenmuseum. Leider fehlte mir dafür die Zeit, denn die Radtour zog sich schon in die Länge.

Naunhof

Naunhof

Von Naunhof ging es nach Lindhardt weiter. Dort verwirrte mich ein Schild: „Keine Durchfahrt nach Pomßen“. Ich fuhr trotzdem die „Privatstraße des Bundes“ entlang. Die Gneisenau-Kaserne wurde noch von der NVA 1967 errichtet und bis 2008 von der Bundeswehr betrieben. Am Ende ging es dann am Zaun der Kaserne durch den Wald zur Gemeinde Parthenstein. Der Weg endet am Mühlteich.

Parthe

Parthe

Im Ortsteil Grethen geht der Radweg nun nach Norden und nördlich der Bahnlinie nach Grimma. Der Partheflußlauf verläuft nach Süden. Über Groß- und Kleinbardau würde man bis zur Quelle gelangen. Die Parthe entspringt am Küchenberg im Glastener Forst. Bis Leipzig sind es 56,7 Flußkilometer.

Auf der Alten Poststraße geht es weiter zum Roten Vorwerk in Grimma. 1578 wurde vor Grimma das erste städtische Gut angelegt – das „Rote Vorwerk“. Heute ist dort ein Reitverein. Der Radweg geht nördlich dran vorbei, durch die August-Bebel-Straße. Das Wohngebiet mit DDR-Altneubauten entstand ab 1958. Die Innenstadt von Grimma kann man schön mit dem Fahrrad erkunden. Die Einbahnstraße dürfen durch Radfahrer rückwärts befahren werden.

Grimma

Frauenkirche Grimma

Vom Oberen Bahnhof ging es abschließend mit der RegioBahn, die stündlich fährt, nach Leipzig. Die Bahn war übervoll. Auf dem kleinen Abstellplatz für Fahrräder passten leider nur fünf Fahrräder hin. Ich und zwei weitere Radfahrer standen im Türraum. Nach 36 Minuten gab es im Hauptbahnhof Kaffee und es ging mit der S-Bahn zum Leuschner-Platz und dann nachhause.

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