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Havelland: Von Fürstenberg nach Oranienburg

Das Frühstück gab es am zweiter Tag der Radtour an der Tankstelle. Dazu musste ich einen Kilometer an der B96 entlang fahren und natürlich auch wieder zurück. Entlang der Straße wiesen Schilder darauf hin, dass die Fürstenberger lieber Tourismus haben wollen, als eine Bundesstraße.

Der Havel-Radweg führt nun auf groben Naturpflaster durch die Stadt und in den Stadtteil Ravensbrück. Dort befand sich von 1939 bis 1945 das größte Konzentrationslager für Frauen. Im KZ Ravensbrück und im benachbarten Jugendschutzhaftlager Uckermark waren 132000 Frauen und Kinder, 1000 weibliche Jugendliche und 20000 Männer.

Ravensbrück

Ravensbrück

Sechs Kilometer weiter liegt Himmelpfort. Dort sind Reste eines Ziesterzienserklosters. Von einer alten Basilika ist noch das Mittelschiff erhalten, welches heute als Kirche dient. In Himmelpfort wohnt der Weihnachtsmann. Jährlich treffen bis zu 200000 Briefe für ihn ein.

Kloster Himmelpfort

Kloster Himmelpfort

Dann ging es weiter nach Süden. Die Havel hat derweile den Stolpsee durchflossen und trifft bei Bredereiche wieder auf den Radweg. Dort ist auch eine Schleuse mit einer Hubhöhe von drei Metern. Von Bredereiche ging es weitere sieben Kilomter nach Süden nach Dannenwalde. Dort packte ich die Regenjacke ein.

Schleuse Bredereiche

Schleuse Bredereiche

Durch Wentow, Zabelsdorf und Marienthal kam ich nun nach Burgwall und damit wieder an die Havel. In dem Gebiet südlich, bis nach Zehdenick, wurden Tonvorkommen gefunden und abgebaut. Die Gruben sind später vollgelaufen und bilden nun eine Seenlandschaft. Der Ton wurde mit einer Lorenbahn transportiert, die heute noch erhalten ist.

Lorenbahn

Lorenbahn

Zahlreiche Ziegeleien brannten aus dem Ton Steine, die über die Havel nach Berlin zum Hausbau transportiert wurden. 1945 auch rückwärts: Einige Stiche wurden mit den Trümmern aus Berlin zugeschüttet. Im Ziegelpark Mildenberg kann man sich alte Lorenbahnen und ein Schiffbeladeeinrichtung ansehen.

Ziegelpark

Ziegelpark

Ich fuhr nun weiter nach Zehdenick. Dort gibt eine Kosterruine mit Kunst in der Scheune. Außerdem beginnt in der kleinen Stadt der Voßkanal an dem ich eine Cola trank. Außerdem kaufte ich SD-Karte für meine Kamera. Den ganzen Vormittag hatte ich mit dem Handy Fotos gemacht.

Klosterruine Zehdenick

Klosterruine Zehdenick

Die nächsten elf Kilometer verlief der Havel-Radweg zwischen der Schnellen Havel und dem Voßkanal. Die Schnelle Havel ist der ursprüngliche Fluß, welcher fröhlich dahin mäandert. Der Voßkanal verläuft relativ gerade und ist schiffbar. Endlich mal ein paar Kilometer ohne Berge.

Voßkanal

Voßkanal

Nach Liebenwalde ging es drei Kilometer die Landstraße entlang, bis diese auf den Oder-Havel-Kanal trifft. Der Kanal trifft bei Eisenhüttenstadt auf die Oder. Dort habe ich ihn beim Befahren des Oder-Neiße-Radwegs gesehen. Bei Kreuzbruch trifft nun der Malzer Kanal, der bis Liebenwalde Voßkanal heißt, auf den Oder-Havel-Kanal.

Oder-Havel-Kanal

Oder-Havel-Kanal

Der Radweg führte nun wieder durch den Wald. Da hat jemand eine zehn Kilometer lange Fahrradstraße durch den Wald gebaut. Asphalt, ohne Wurzelschäden. Es geht also. Bei Wittenberg dröhnte laute Techno-Musik durch den Wald. Bei Bernöwe ging es mal kurz auf einer Straße weiter.

Wald

Wald

Am Grabowsee überquerte ich dann auf einer Brücke, die es erst wieder seit 2010 gibt, den Oder-Havel-Kanal. Die Orginalbrücke aus dem Jahr 1910 war 1945 zerstört worden. Auf der anderen Seite, in Friedrichsthal, ist ein kleiner Imbiß am Kanalufer, der Eis und Kaffee im Angebot hatte. Ich ließ mir Zeit, den das Ziel der heutigen Reise war nun noch wenige Kilometer entfernt.

Friedrichsthal

Friedrichsthal

Nach drei Kilometern wird der Oder-Havel-Kanal, der vorher noch zu einem Ziegeleihafen ausbuchtet, an einer großen Schleusenanlage zum Lehnitzsee. Der südliche Abfluss des Lehnitzsees fliesst dann mit der Havel zusammen.

Schleuse Lehnitz

Schleuse Lehnitz

Nach der Schleuse bog ich zwei Kilometer nach rechts ab. Dort befindet sich die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen. Dort befand sich von 1936 bis 1945 das Konzentrationslager Sachsenhausen mit 200000 Inhaftierten. Sachsenhausen wurde erst später zu Oranienburg eingemeindet. 1933-1934 gab es auch in Oranienburg ein KZ mit 3000 Inhaftierten.

Sachsenhausen

Sachsenhausen

In Oranienburg suchte ich mir ein Zimmer. Diesmal in der ¨Sonnenburg¨. Eher räudig für den Preis.

Elster-Saale-Radweg

Nachdem ich dieses Jahr den Elster- und den Saale-Radweg entlang gefahren bin, ging es am 28. September auf den Elster-Saale-Radweg. Die Radtour, organisiert von Heike König, hatte ich aus dem ADFC-Kalender rausgesucht. Treff war 11.00 Uhr bei 10° Celcius an der Lutherkirche im Johannapark, wo 13 Radfahrer zusammenfanden.

Hain der Jahresbäume

Am Hain der Jahresbäume

Die Tour führte erstmal durchs Grüne – die offizielle Wegführung ist etwas anders. Es ging zur Sachsenbrücke und von dort, am Elsterflutbecken entlang, zur Pistorisbrücke. Danach durch den Hain der Jahresbäume, früher mal GST-Gelände, nach Kleinzschocher zur Taborkirche. Am ehemaligen Gut wurde die Bauernkantate von Bach uraufgeführt.

Ehemalige Bahnstrecke Plagwitz-Pörsten

Ehemalige Bahnstrecke Plagwitz-Pörsten

An der Radrennbahn vorbei, fuhren wir den Berg hoch zum Bahngelände. Der Bahnhof Plagwitz wurde ja umgebaut und die Neubaustrecke bin ich mit der ErfurtBahn und DB Regio in diesem Jahr mehrfach gefahren. Auf dem Gelände des alten Güterbahnhofes soll nun der dritte Leipziger Stadtwald entstehen. Am Eisenbahnmuseum vorbei ging es nun zu einer Fußgängerbrücke, wo die Strecke nach Pörsten abzweigte.

Ehemaliger Haltepunkt Ansbacher Weg

Ehemaliger Haltepunkt am Ansbacher Weg

Wir fuhren weiter zur Diezmannstraße und durch die Herrmann-Meyer-Siedung zum Lausener Weg. Hier führte die 1897 eröffnete Bahnlinie entlang der Straße und bildete das südliche Ende der Siedlung Grünau. Der erste Haltepunkt war an der Schönauer Straße. Auch den Haltepunkt Leipzig-Südwest am Ansbacher Weg kenne ich noch aus meiner Kindheit. In Lausen ging es dann hinter dem Ärztehaus weiter, wo die Bahnlinie am Bahnhof Lausen vorbei zum Kulkwitzer See weiterführte.

Lausen

Lausen

Ab Lausen verläuft der asphaltierte Radweg direkt auf dem Schotter der alten Bahnstrecke. Über Göhrenz ging es zu den Kulkwitzer Lachen und dann weiter nach Seebenisch und Räpitz zur Landesgrenze, die durch ein Radweg-Schild markiert wird. Ab hier ist der Radweg schon etwas älter und führt an Meuchen vorbei nach Lützen. Ich hatte inzwischen die Winterjacke ausgezogen und fuhr im Pullover – es war angenehm warm.

Lützen

Lützen

Hier führt der Radweg nicht mehr auf der Bahnstrecke weiter – man muss einen kleinen Umweg fahren. An der Landstraße entlang ging es weiter nach Röcken, wo wir in Pfarrers Garten rasteten. Im alten Pfarrhaus wurde Friedrich Wilhelm Nietzsche am 15. Oktober 1844 geboren. Es gibt eine kleine Gedenkstätte die wir uns anguckten.

Geburtshaus von Nietzsche in Röcken

Geburtshaus von Nietzsche in Röcken

Gleich nebenan, an der Südseite der Kirche, ist Nietzsche begraben. Auf der anderen Seite steht seit 2000 die Skulpturengruppe „Röckener Bacchanal“. Nietzsche ist dort dreimal zu sehen, zweimal nackt und einmal mit seiner Mutter. Nietzsche, der die letzten elf Jahre seines Lebens in geistiger Umnachtung zubrachte, hatte sich selbst zweimal nackt an seinem eigenen Grab geträumt.

Röckener Bacchanal

Röckener Bacchanal

Nach der Rast in Röcken ging es nun zügig weiter. Überhaupt ging es bei dieser Radtour angenehm zügig voran. Gleich nach Röcken gibt es noch eine ehemalige Kieswasch- und Kohlebeschickungsanlage zu sehen, die von einem alten Tagebau aus den 1920er Jahren stammt. Gegen den Braunkohleabbau konnte sich die Gemeinde bis heute erfolgreich wehren. Auch hier sind die Schienen bereits abgebaut worden.

Kieswasch- und Kohlebeschickungsanlage

Kieswasch- und Kohlebeschickungsanlage

Nun führte der Radweg direkt zur Saale. Ich war bei meiner Saale-Radtour aber auf der anderen Seite gefahren. Auf den Saale-Radweg trafen wir erst in Weißenfels. Dort waren wir eineinhalb Stunden zu früh für den Zug nach Leipzig. Wir beschlossen noch ein Eis zu essen und schoben die Räder ins Zentrum. Ich trank einen Kaffee – leider hatte mich die Kellnerin vergessen.

Eisessen in Weißenfels

Eisessen in Weißenfels

Dann ging es zum Bahnhof und mit DB Regio für 5.30 Euro nach Leipzig-Leutzsch. Der Zug endete dort, da der Leipziger Hauptbahnhof vier Tage gesperrt ist, wegen der Einbindung des Leipziger City-Tunnels. Von dort fuhr ich zum Elster-Saale-Kanal und dann nachhause. Insgesamt eine angenehme 40-Kilometer-Radtour.

Bär

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Die besten Reifen die ich je hatte. Perfektes Fahrverhalten bei Schnee und relativ rutschfrei bei Eis.

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