Elster-Saale-Radweg

Nachdem ich dieses Jahr den Elster- und den Saale-Radweg entlang gefahren bin, ging es am 28. September auf den Elster-Saale-Radweg. Die Radtour, organisiert von Heike König, hatte ich aus dem ADFC-Kalender rausgesucht. Treff war 11.00 Uhr bei 10° Celcius an der Lutherkirche im Johannapark, wo 13 Radfahrer zusammenfanden.

Hain der Jahresbäume
Am Hain der Jahresbäume

Die Tour führte erstmal durchs Grüne – die offizielle Wegführung ist etwas anders. Es ging zur Sachsenbrücke und von dort, am Elsterflutbecken entlang, zur Pistorisbrücke. Danach durch den Hain der Jahresbäume, früher mal GST-Gelände, nach Kleinzschocher zur Taborkirche. Am ehemaligen Gut wurde die Bauernkantate von Bach uraufgeführt.

Ehemalige Bahnstrecke Plagwitz-Pörsten
Ehemalige Bahnstrecke Plagwitz-Pörsten

An der Radrennbahn vorbei, fuhren wir den Berg hoch zum Bahngelände. Der Bahnhof Plagwitz wurde ja umgebaut und die Neubaustrecke bin ich mit der ErfurtBahn und DB Regio in diesem Jahr mehrfach gefahren. Auf dem Gelände des alten Güterbahnhofes soll nun der dritte Leipziger Stadtwald entstehen. Am Eisenbahnmuseum vorbei ging es nun zu einer Fußgängerbrücke, wo die Strecke nach Pörsten abzweigte.

Ehemaliger Haltepunkt Ansbacher Weg
Ehemaliger Haltepunkt am Ansbacher Weg

Wir fuhren weiter zur Diezmannstraße und durch die Herrmann-Meyer-Siedung zum Lausener Weg. Hier führte die 1897 eröffnete Bahnlinie entlang der Straße und bildete das südliche Ende der Siedlung Grünau. Der erste Haltepunkt war an der Schönauer Straße. Auch den Haltepunkt Leipzig-Südwest am Ansbacher Weg kenne ich noch aus meiner Kindheit. In Lausen ging es dann hinter dem Ärztehaus weiter, wo die Bahnlinie am Bahnhof Lausen vorbei zum Kulkwitzer See weiterführte.

Lausen
Lausen

Ab Lausen verläuft der asphaltierte Radweg direkt auf dem Schotter der alten Bahnstrecke. Über Göhrenz ging es zu den Kulkwitzer Lachen und dann weiter nach Seebenisch und Räpitz zur Landesgrenze, die durch ein Radweg-Schild markiert wird. Ab hier ist der Radweg schon etwas älter und führt an Meuchen vorbei nach Lützen. Ich hatte inzwischen die Winterjacke ausgezogen und fuhr im Pullover – es war angenehm warm.

Lützen
Lützen

Hier führt der Radweg nicht mehr auf der Bahnstrecke weiter – man muss einen kleinen Umweg fahren. An der Landstraße entlang ging es weiter nach Röcken, wo wir in Pfarrers Garten rasteten. Im alten Pfarrhaus wurde Friedrich Wilhelm Nietzsche am 15. Oktober 1844 geboren. Es gibt eine kleine Gedenkstätte die wir uns anguckten.

Geburtshaus von Nietzsche in Röcken
Geburtshaus von Nietzsche in Röcken

Gleich nebenan, an der Südseite der Kirche, ist Nietzsche begraben. Auf der anderen Seite steht seit 2000 die Skulpturengruppe „Röckener Bacchanal“. Nietzsche ist dort dreimal zu sehen, zweimal nackt und einmal mit seiner Mutter. Nietzsche, der die letzten elf Jahre seines Lebens in geistiger Umnachtung zubrachte, hatte sich selbst zweimal nackt an seinem eigenen Grab geträumt.

Röckener Bacchanal
Röckener Bacchanal

Nach der Rast in Röcken ging es nun zügig weiter. Überhaupt ging es bei dieser Radtour angenehm zügig voran. Gleich nach Röcken gibt es noch eine ehemalige Kieswasch- und Kohlebeschickungsanlage zu sehen, die von einem alten Tagebau aus den 1920er Jahren stammt. Gegen den Braunkohleabbau konnte sich die Gemeinde bis heute erfolgreich wehren. Auch hier sind die Schienen bereits abgebaut worden.

Kieswasch- und Kohlebeschickungsanlage
Kieswasch- und Kohlebeschickungsanlage

Nun führte der Radweg direkt zur Saale. Ich war bei meiner Saale-Radtour aber auf der anderen Seite gefahren. Auf den Saale-Radweg trafen wir erst in Weißenfels. Dort waren wir eineinhalb Stunden zu früh für den Zug nach Leipzig. Wir beschlossen noch ein Eis zu essen und schoben die Räder ins Zentrum. Ich trank einen Kaffee – leider hatte mich die Kellnerin vergessen.

Eisessen in Weißenfels
Eisessen in Weißenfels

Dann ging es zum Bahnhof und mit DB Regio für 5.30 Euro nach Leipzig-Leutzsch. Der Zug endete dort, da der Leipziger Hauptbahnhof vier Tage gesperrt ist, wegen der Einbindung des Leipziger City-Tunnels. Von dort fuhr ich zum Elster-Saale-Kanal und dann nachhause. Insgesamt eine angenehme 40-Kilometer-Radtour.

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