Konsumzentrale

Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September 2012 besuchte ich die Konsumzentrale in der Industriestraße. Der Konsum ist eine Genossenschaft und wurde 1884 als „Consum-Verein für Plagwitz und Umgegend“ gegründet.

Konsumzentrale
Konsumzentrale

Dieses Gebäude gehört zum Backsteinexpressionismus (bei Klinkerbauten auch Klinkerexpressionismus genannt), den man besonders in Hamburg, Bremen, Berlin und im rheinisch-westfälisches Industriegebiet vorfindet. Architekt war der Hamburger Fritz Höger.

Foyer Konsumzentrale
Foyer Konsumzentrale

Die Konsumzentrale von Höger erinnert an einen großen Ozeandampfer, oben gibt es sogar eine Kommandobrücke mit Flachdach. Im Foyer erinnern grüne Wandfliesen und ein Treppengeländer in Art einer Reeling daran.

Konsumzentrale
Konsumzentrale

In der ersten Etage – die Vorstandsetage – finden sich die alten Büros mit holzgetäfelten Wänden und Einbauschränken mit Aktenaufzug. Viele Details wie z.B. Türklinken sind noch erhalten, andere wie z.B. Kugellampen wurden erneuert. Die Konsumzentrale wurde im Jahr 2000 im Zuge des EXPO-Projektes „Plagwitz auf dem Weg ins 21. Jahrhundert“ saniert.

Konsumzentrale
Konsumzentrale

Im oberen Geschoss befinden sich zwei Säale (ca. 50 und 200 Personen Kapazität), die man mieten kann. Vom kleineren Saal – dort tagte früher der Aufsichtsrat – führt eine als Wandschranke getarnte Tür in weitere Räume, die noch original im Stil der 40er erhalten sind. Diese sind leider nicht für Besucher zugänglich. Direkt vom größeren Saal führen Türen zur Dachterasse. Dort hat man einen schönen Ausblick auf Plagwitz.

Dachterasse der Konsumzentrale
Dachterasse der Konsumzentrale

Auf der anderen Seite befindet sich eine funktionsfähige Großuhr und man kann einen Blick auf die anderen Gebäude des Komplexes werfen. Im Hof befindet sich die vermutlich erste Tiefgarage Leipzigs, die aber aus Sicherheitsgründen nicht mehr öffentlich verwendet werden darf. Früher wurden hier Waren angeliefert, eigenes Brot gebacken und alles an die verschiedenen Filialen verteilt.

Dachterasse der Konsumzentrale
Dachterasse der Konsumzentrale

Der Bau der Konsumzentrale begann im Frühjahr 1930 und war nach einem halben Jahr beeendet. In mehreren Etappen wurde bis 1932 weitergebaut. Ein geplantes Lagerhaus blieb bis heute unvollendet, es wurde nur einstöckig errichtet. Man könnte jederzeit weiterbauen – dazu muß nur das Dach entfernt werden -, aber heutzutage besteht kein Bedarf mehr an großen Lagerkapazitäten.

Treppenhaus der Konsumzentrale
Treppenhaus der Konsumzentrale

Die Konsumzentrale wird heute größtenteils vermietet, z.B. an eine Fernsehproduktions-Gesellschaft, die dort die Krimireihe „Tatort“ (Innenaufnahmen) dreht. Zum Tag des offenen Denkmals konnte man auch diese Räume besichtigen.

Tatort
Tatort

Inzwischen gibt es 45 Mieter. Der Konsum selbst belegt nur noch ca. 10 Prozent der Flächen. Heute befindet sich die Konsumverwaltung im südlichen Nachbargebäude. Weitere Informationen unter www.konsum-zentrale.de.

Konsumzentrale
Konsumzentrale

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