Urban Culture Festival

Am 31. August machte ich mich auf den Weg zur IBUg nach Zwickau. IBUg heißt Industriebrachen-Umgestaltung. Nach Meerane und Glaucha war diesmal eine alte Fabrikanlage in Zwickau dran. Vom 30. August bis 1. September konnte man sich die Anlage nun angucken. Von Leipzig-Plagwitz aus ging es mit der ErfurtBahn nach Gera. Der Stadler RegioShuttle war mit Fahrrädern überfüllt und Sitzplätze gab es auch nicht mehr. Der ZuB hatte schon aufgegeben und am anderen Ende des Zuges fuhren zwei Kids schwarz.

IBUg 2013 - Eitel
IBUg 2013 – Eitel

In Gera stieg ich dann in einen Neigetechnikzug der Baureihe 612 von DB Regio um, der dann bis Zwickau weiterfuhr. Ich mag diese Züge – da bleiben die Fahrräder stehen und der Kaffee auf dem Tisch. Dieser Zug war eher leer und so kontrollierte der ZuB auch mein Sachsen-Ticket. Kurz vor Zwickau hält der Zug noch in Gößnitz. Der Ort ist bei Bahnreisenden berühmt – er hat den längsten Bahnsteig Deutschlands. Dieser ist 608 Meter lang und die Züge halten hintereinander. Mein Zug wurde hier aufgetrennt: ein 612er fuhr nach Glauchau, der andere nach Zwickau.

IBUg 2013
IBUg 2013 – Beastiestylez

Zwickau kenne ich bereits von einem Besuch 2012 und vom diesjährigen Start der Pleiße-Radtour. So setzte ich mich aufs Fahrrad und suchte die Leipziger Straße. Unterwegs mußte ich mal das Handy auspacken, fand die Straße dann aber recht schnell. Auch ein kleiner Abstecher zur Mulde war drin. Dort beaufsichtigte ein Hund einen Schäfer und seine Schafherde.

IBUg 2013 - abcdef
IBUg 2013 – abcdef

Die „Zwickauer Fackel“ ist ganz im Norden von Zwickau, an der Stadtgrenze. Zur Wende brach hier die Fertigung von W 50-Teilen und die Gußproduktion völlig ein. Eine Heilbronner Gießerei, die den Laden eine Weile übernahm, mußte dann 1996 aufgeben. Seitdem gibt es einen Baumarkt und eine große Industriebrache. Eine würdige Spielwiese für die achte Ausgabe der IBUg. Nach dem Titel eines ARTE-Filmes zur letzten IBUg stand „Color my Kingdom“ an der Otto-Wolf-Halle.

IBUg 2013 - Zone56
IBUg 2013 – Zone56

Damit war es dann recht leicht zu finden. Ich bin mit dem Fahrrad direkt in das alte Eisenwerk hineingefahren und parkte an einem Zaun. Am Einlass gab es eine Karte für 5 Euro mit Lageplan und Aufkleber. Dann machte ich einen kleinen Rundgang, bei dem ich mir alles ansah, und als ich wieder auf die Uhr guckte, waren fast drei Stunden vergangen.

IBUg 2013 - Ole von Oepen
IBUg 2013 – Ole von Oepen

Zumindest stimmte der Flyertext: „Im kollaborativen Experiment mit Bildkulturen, Genres, Materialien und Techniken entsteht ortsspezifische Kunst, welche die Geschichte und Architektur der Brache aufgreift, aktuelles Zeitgeschehen spiegelt und verlassenen Mauern neues Leben einhaucht. Die IBUg verwandelt vergessene Zeugen der sächsischen Industriekultur zu temporären Gesamtkunstwerken und einem einzigartigen Festivalgelände, wo urbane Kultur in Mode, Film, Musik, Design und Kunst gelebt wird.“ Okay.

IBUg 2013
IBUg 2013 – Hagen und Claus Reier

Gefallen hat mir der von Pers gestaltete Bach. Da wurde, vom Bauarbeiterhelm bis zur Mülltonne, alles verarbeitet. Der Bach selber war aus blauen Mülltüten. In letzter Zeit interessiert mich die Streetart-Richtung auch ein bissel mehr. Pers kenne ich durch seine Mülltonnen, die in ganz Leipzig zu sehen sind.

IBUg - Persischer Bach
IBUg – Pers

Auch der Berliner Streetart-Künstler El Bocho war vertreten. Zuhause in Leipzig ist seit 2011 ein Werk von ihm an einer Wand in meiner Straße. Hat mir damals gefallen. Gefällt mir immernoch.

IBUg
IBUg 2013 – El Bocho

Auch ein Urgestein der Graffiti-Szene, der Münchner Loomit, war auf der IBUg 2013 wieder vertreten. In einer Ecke der Otto-Wolf-Halle, wo verschiedene Kunstwerke ausgestellt waren, hatte er die Kannen in die Hand genommen. Oder auch nicht. Er chillte in der Org-Ecke. Seinen Vortrag hab ich leider verpasst.

IBUg 2013 - Loomit
IBUg 2013 – Amin und Pinche

Mir dröhnte dann schon etwas der Kopf. So machte ich mich wieder auf den Weg zum Bahnhof. Dort gab es erstmal zwei Stück Kuchen und einen Kaffee und dann wieder einen 612er Neigetechnikzug, der mich nach Gera brachte. In Gera gab es eine halbe Stunde zum warten, mit einem Bayern, der seinen Zug verpasst hatte. Die zwei schwarzfahrenden Strolche vom Vormittag standen auch herum. Lustig.

IBUg 2013
IBUg 2013 – Maximilian von Bergen

Gegen 17.30 Uhr war ich dann wieder in Leipzig.

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